Im vorliegenden Fall sind zwei kleinere Schwerkraftfallen zu dem jetzt beobachteten Giganten verschmolzen, so die Deutung der MPE-Forscher. Dabei breiteten sich enorme Gravitationswellen mit Lichtgeschwindigkeit aus. Da die Wellen bevorzugt in eine Richtung ausgesandt werden, erhielt das Schwarze Loch selbst einen Rückstoß, ganz ähnlich wie beim Abschießen eines Gewehres oder beim Start einer Rakete: Es konnte sich nicht mehr im Kern der Galaxie halten und wurde „verstoßen“.
Das Interesse der Astrophysiker an Gravitationswellen und ihren Effekten ist extrem groß. Gravitationswellen, die energiereichsten Prozesse im gesamten Universum, kräuseln den Raum wie ein ins Wasser geworfener Stein die Wasseroberfläche. Im Jahr 2006 gelang es Wissenschaftlern erstmals, in einer Computersimulationen Schwarze Löcher erfolgreich zum Verschmelzen zu bringen und die dabei entstehenden Gravitationswellensignale zu berechnen.
2007 gab es einen weiteren Durchbruch: Supercomputer errechneten die ungeheure Stärke der Rückstöße, die beim Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher entstehen. Die Ergebnisse des Teams um Komossa bedeuten nun einen weiteren Meilenstein der Forschung über Gravitationswellen, der den bisher nur simulierten „Raketeneffekt“ der Wellen belegt.
