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HANDELSBLATT, Mittwoch, 7. Mai 2008, 10:28 Uhr
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Doch damit nicht genug: Bevor das Wasser in die Ballasttanks gelangt, tötet in einer dritten Reinigungsstufe eine Chemikalie die restlichen Organismen ab. Zum Einsatz kommt dabei eine von Evonik Degussa maßgeschneiderte Mischung aus Wasserstoffperoxid und Peressigsäure, die sich biologisch abbaut.

Das dreistufige Konzept hat noch weitere Vorteile. Der Zyklon beispielsweise hole auch jene feinen Sedimentpartikel aus dem Wasser, die den Filter sonst ungehindert passierten, sagt Mathias Voigt, Vorstand bei Hamann. „So sammeln sich im Ballasttank gewöhnlich große Mengen Schlamm, die man regelmäßig mit viel Aufwand entfernen und teuer entsorgen muss.“ Ein weiterer Vorteil ist der Zeitgewinn. Da die Anlage das Ballastwasser schon bei der Aufnahme komplett reinigt, muss ein Schiff nur einmal die Pumpen anwerfen. Um die Tanks zu entleeren, braucht der Kapitän nur die Luken zu öffnen und das Wasser ausströmen zu lassen. Andere Anlagen reinigen doppelt: bei Wasseraufnahme und -abgabe. Das kostet Energie und Zeit.

Die Hamann-Lösung kann 250 Tonnen Wasser pro Stunde filtern. Ist mehr gewünscht, lassen sich im Baukastensystem Module hinzukaufen. Das ist gerade für Ozeanriesen ein Muss: Immerhin pumpt schon ein mittelgroßes Containerschiff pro Stunde spielend 1000 Tonnen in seine Tanks.

Auch das Hamburger Gutachterbüro Go-Consult hat die Anlage getestet und für gut befunden. „Dank der effektiven mechanischen Reinigung durch Filter und Zyklon muss man am Ende nur wenig Chemie einsetzten – für die Betreiber ist das ein wichtiger Kostenvorteil“, sagt Geschäftsführer Stephan Gollasch.

Etwa 40 000 Handelsschiffe dampfen derzeit über die Ozeane, jährlich kommen fast 1 000 hinzu. Vom nächsten Jahr an sollen nach dem Willen der IMO zunächst kleinere Neubauten Ballastwasserreiniger bekommen. Dann folgen schrittweise die größeren Schiffe. Für die kleine Firma aus Hollenstedt könnte das einen riesigen Markt bedeuten. Schon 2009 soll die Produktion der Anlagen beginnen.


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