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29.10.2007 
Probleme beim Ausbau der ISS

„Irgendwie klemmt's immer“

Beim Ausbau der Internationalen Raumstation gibt es Probleme: In einem Gelenk für ein Sonnensegel haben die Astronauten zahlreiche Metallspäne entdeckt. Dabei hat die Nasa die aktuelle Mission der US-Raumfähre „Discovery“ schon ohne dies als eine ihrer kompliziertesten und wichtigsten bezeichnet.

Beim Ausbau der ISS ist die Nasa auf Probleme gestoßen. Foto: dpaLupe

Beim Ausbau der ISS ist die Nasa auf Probleme gestoßen. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Die Nasa-Leute nennen Außeneinsätze im Weltraum aus alter Gewohnheit „Weltraumspaziergang“. Dabei wissen die Experten von der US-Weltraumbehörde ganz genau, dass es sich dieses Mal um echte Schwerstarbeit handelt. Über sechs Stunden sind die Astronauten der „Discovery“ im Durchschnitt bei ihren insgesamt fünf „Sparziergängen“ im Einsatz, 17-Tonnen-Teile müssen sie durchs All bugsieren, auf Millimeter an der Internationale Raumstation ISS anpassen, montieren und zum laufen bringen. „Die komplizierteste Montagearbeit in der ISS-Geschichte“, meint ein Nasa-Mann. Probleme und Pannen sind fest einkalkuliert. Auch im All ist es nicht anders als beim Handwerk auf der Erde - irgendwie klemmt's immer. Meist dort, wo man es am wenigsten erwartet.


Bildergalerie Bildergalerie: Discovery-Mission 2007


„Wir atmen alle erst einmal richtig durch, wenn wir es hinter uns haben“, meint Kirk Shireman, einer der Nasa-Verantwortlichen für die Einsätze. Das komplizierteste Stück Arbeit ist die Verlegung eines riesigen Mastes für Sonnensegel ans äußerste Ende der Raumstation. „Schwer wie ein Bus“, sagen Experten, „ein Monster-Turm“, nennen es US-Medien. Drei Tage lang dauert die Verschiebeaktion, bei der die Roboterarme der ISS und der „Discovery“ sich die Tonnenlast in einer diffizilen „Choreografie“ (so die „New York Times“) mehrmals hin- und herreichen müssen. Erst an diesem Dienstag, wenn das Ungetüm an seinem neuen Platz montiert wird, stellt sich heraus, ob der Einsatz ein Erfolg ist.

„Zuerst müssen wir alle elektronischen Systeme (des Sonnensegelmasts) runterfahren, alle Computer, die gesamte Beleuchtung, die Heizung“, beschreibt „Spacewalker“ Scott Parazynski. „Dann kommen die Kräne zum Einsatz“, wie er die Roboterarme etwas prosaisch nennt. Ein weiteres Problem: Die Astronauten können nicht mal immer direkt sehen, wie sie per Joystick mit ihren Roboterarmen zugreifen, denn zeitweise werden die Arbeiten in einem toten Winkel ausgeführt. Zudem gibt es Zeitdruck, denn ohne die Heizung droht die Technologie in dem Sonnensegel-Mast wegen der eisigen Temperaturen im All schnell einzufrieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Metallspäne in wichtigem Gelenk

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