0 Bewertungen
19.11.2007 
Synthetische Biologie

Auf neuem Weg zum Biosprit

Frankfurter Wissenschaftler haben ein neues Verfahren zur Produktion von Biotreibstoffen entwickelt. Die Methode, die auf gentechnischen Veränderungen an Hefe basiert, macht die Treibstoffproduktion unabhängig von hochwertigen Nutzpflanzen. Und sie hat noch weitere Vorteile.

Bislang müssen zur Ethanol-Produktion hochwertige Nutzpflanzen verwendet werden - wie  hier in einer Produktionsanlage in Indien Foto: apLupe

Bislang müssen zur Ethanol-Produktion hochwertige Nutzpflanzen verwendet werden - wie hier in einer Produktionsanlage in Indien Foto: ap

HB FRANKFURT/MAIN. Mit synthetischer Hefe haben Frankfurter Forscher die Produktion des Biotreibstoffs Ethanol lukrativer gemacht. Sie verbesserten die Stoffwechseleigenschaften von Hefe derart, dass diese zur Produktion energiereicher Zuckerarten auch Pflanzenabfälle verwertet werden können. Über die erstmals angewendete Methode berichteten Eckhard Boles und sein Forschungsteam von der Universität Frankfurt aktuell am Montag.

Boles und seine Mitarbeiter brachten künstliche – das heißt am Computer entwickelte und aus DNA-Bausteinen hergestellte – Gene in die Hefe eingebracht. Diese synthetischen Gene erlauben es den Hefezellen, bestimmte Zuckerarten in pflanzlichen Abfällen effizienter in Ethanol umzusetzen. Der Ertrag sei um 25 Prozent, die Geschwindigkeit der Umsetzung um mehr als 250 Prozent gestiegen, teilte Boles mit. „Damit kommen wir der kommerziellen Produktion von Zellulose-Ethanol einen beträchtlichen Schritt näher.“ Die Erfindung wurde bereits zum Patent angemeldet.

Traditionell wird Bioethanol aus Mais und Getreide hergestellt. Das hat jedoch den Nachteil, dass die zum Anbau von Pflanzen für Biotreibstoffe genutzten Flächen nicht für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen. Zudem trägt diese Produktionsweise nur unwesentlich zur Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid bei. Mit der neuen Methode ließen sich diese Nachteile vermeiden.

Derzeit arbeitet die Frankfurter Arbeitsgruppe bereits an einer Weiterentwicklung der Technik. Die Forscher wollen Hefen so verändern, dass sie auch Butanol produzieren können. Butanol ist als Autokraftstoff deutlich besser geeignet, da sich aus einen Liter Butanol mehr Energie gewinnen lässt als aus der gleichen Menge Ethanol.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Datenschutz per Lichtteilchen

24.07.2008 , 10:14 Uhr
Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

iPhone-Quiz: Sind Sie ein iPhone-Maniac?

Los geht's!Start frei für Apples neues iPhone 3G. Das Apfel-Smartphone ist schneller geworden und bietet zahlreiche neue Gadgets. Gehören Sie zum harten Kern de...
Testen Sie Ihr Wissen.