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16.04.2006 

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sind brillante Mathematiker. Lupe

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sind brillante Mathematiker.

Wie die Spinne im Netz

In der Informationsgesellschaft der Zukunft, in der das Internet nicht mehr im Computer eingesperrt ist, sondern überall und stets vorhanden ist - abrufbar als Service über Fernseher, Spielkonsole, Mobiltelefon und elektronisches Papier, sitzt die gigantische Sortiermaschine Google wie die Spinne im Netz. Gut möglich, dass Google unser Leben in den nächsten Jahrzehnten prägen wird - vielleicht mehr, als vielen lieb ist: Wer bei Google registriert ist, über den speichern die mit künstlicher Intelligenz bestückten Computer, nach welchen Informationen er im Internet sucht, welche Fotos er abfragt, wo er einkauft, mit wem er E-Mails austauscht und was er schreibt. "Tu nichts Böses", heißt das Motto des Unternehmens.

Schau'n mer mal!

Die giftgrüne Ledercouch im Foyer, die Schokodrops, der Odwalla-Fruchtsaft im Glaskühlschrank, die Legobausteine auf dem Besuchertisch, die wabernden Lavalampen auf dem Empfangstresen, die quietschgelben Fahrräder auf dem Googleplex im sonnigen Kalifornien spiegeln eine kindliche Unschuld vor - bunt, grell, verspielt. So sieht das Gute aus. Das weckt Vertrauen.

Vertrauen ist Googles Geschäftsgrundlage. Das Vertrauen darauf, dass die Resultate der Google-Suche im Internet nicht manipuliert sind. Das Vertrauen der Anleger auf die Kreativität der Google-Entwickler war die Grundlage für das Kursfeuerwerk seit dem Börsenstart 2004. Denn kaum ein anderes börsennotiertes Unternehmen geizt so mit Informationen über sich selbst.

Vertrauen ist wichtig

Wie wichtig Vertrauen ist, bekommt Google gerade zum ersten Mal in seiner jungen Geschichte so richtig zu spüren, obwohl das Unternehmen so gut da steht wie nie zuvor: So löste Google-Finanzchef George Reyes auf einer Konferenz der Investmentbank Merrill Lynch Mitte vergangener Woche ein mittleres Erdbeben an der Wall Street aus, als er relativ allgemein über sich "abschwächende Wachstumsraten" dozierte - auf der letzten Folie seines Vortrages. Nur wenige Minuten nach seinen Äußerungen verlor die Google-Aktie in der Spitze bis zu 13 Prozent. Sie erholte sich wieder, als klar wurde, dass Reyes nur allzu hochfliegende Erwartungen dämpfen wollte.

Er hatte darauf hingewiesen, dass Google immer größer und es deshalb schwieriger werde, die rasanten Wachstumsraten der Vorjahre zu übertreffen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Google-Aktie auf dünnem Eis

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