Was vor gut einem Jahr als Internet-Spielerei begann, hat sich der Billigreiseanbieter last-minute.de jetzt nutzbar gemacht: Pünktlich zur Internationalen Tourismus-Börse in Berlin Mitte März konnten die Gäste Mallorca virtuell besuchen.
Mit Hilfe von Google Earth sieht der Reisende nicht nur die Umrisse der Insel von oben. Jetzt stehen auch Golfplätze, Hotels und Ausflugstipps zum Landeanflug bereit. Wer wissen möchte, wie weit sein Hotel tatsächlich vom nächsten Strand entfernt liegt, bekommt hier Antworten.
Doch gibt es immer noch reichlich Dinge, die man nicht sieht: Ob das Hotel eine heruntergekommene Baracke ist zum Beispiel oder ob der Strand im Algenmorast versinkt. Bis Ende des Jahres sollen nicht nur die Balearen erfasst sein, sondern auch die Kanaren. Aber wer will schon nach Malle oder Fuerte, wenn die ganze Welt offen steht?
Paris ist eine schöne Stadt, das sieht man schon von oben: Eiffelturm und Notre Dame sind im Stadtbild klar zu erkennen. Der Pont Neuf, Sacré Coeur, Montmartre. Auch Lebemann Fogg wäre sicher gern geblieben, doch war in Paris der revolutionäre Mob hinter ihm her. Also floh Fogg über Rom nach Indien.
Wir allerdings erlauben uns an dieser Stelle einen kleinen Abstecher nach Berlin, denn jeder, der die Maus in der Hand hält, will seine Nachbarschaft einmal von oben inspizieren.
Doch wir sind enttäuscht: Die Bäume sind kahl und dunkelbraun, als wäre ein Sturmfeuer über sie hinweggefegt. Die Aufnahme scheint an einem besonders trüben Wintertag aufgenommen worden zu sein. Und neben dem Reichstag klafft eine gigantische Baulücke.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Das Schöne am Weltgoogeln aber ist, dass der Reisende sich jederzeit spontan weiterbewegen kann.

