Das Vdsl-Netz der Telekom
hat eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit pro Sekunde - 50 Mal schneller also als die ersten DSL- Leitungen. Auch 100 Mbit/Sekunde sind machbar. Damit soll die schöne bunte Welt des schnellen Internet in die Haushalte einziehen. Als wichtigen Treiber sieht Versatel
-Chef
Knauer das hochauflösende Fernsehen Hdtv an, das auch über das Netz übertragen werden soll. Aber auch Spiele und Musik würden die Nachfrage steigern, sagt er. Bislang steckt das Geschäft aber in den Kinderschuhen - die Telekom
hat bislang 50 000 Kunden für ihr "Entertain“-Paket unter Vertrag genommen. Knauer rechnet wie auch Arcor -Chef
Harald Stöber, dass erst Ende 2009 der Vdsl-Absatz anziehen wird. "Derzeit gibt es keine Notwendigkeit für Eile, da es noch keine Anwendungen gibt“, sagt der Versatel
-Chef.
In der Strategie von Telekom
-Chef
René Obermann nimmt das Hochgeschwindigkeitsnetz Vdsl eine Schlüsselrolle ein. Von den neuen Diensten, die über das Netz laufen sollen, verspricht sich Obermann eine Stabilisierung des Deutschlandgeschäfts. In der traditionellen Telefonie verzeichnet das Unternehmen seit Jahren massive Rückgänge, was die Telekom
zu schmerzhaften Einschnitten beim Personal zwingt. Da Vdsl noch nicht bundesweit verfügbar ist, rüstet der Marktführer sein Breitbandnetz mit dem vergleichsweise langsameren Standard Adsl2+ auf. "Bis Ende 2007 können über 17 Mill. Haushalte unser Highspeed-Netz nutzen“, sagt Festnetz-Vorstand Timotheus Höttges.
Mit dem Netzausbau kommen hohe Investitionen auf die Unternehmen zu. Die Kosten für den Aufbau werden nach Angaben von Arcor -Chef
Stöber im Milliardenbereich liegen, die er aus dem laufenden Geschäft stemmen will. Nach Einschätzung von Versatel
-Chef
Knauer werden die Ausgaben die Konsolidierung der Telekomindustrie beschleunigen. "Am Ende sehe ich neben der Telekom
zwei bis drei weitere Spieler.“ Dazu gehören will auch der spanische Telekomkonzern Telefónica mit seiner deutschen Tochter O2, der sich zu seinen Plänen aber noch bedeckt hält.

