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07.05.2008 

Der Umstellungsprozess wird schrittweise vor sich gehen und betrifft alle Netzanbieter und -nutzer, auch den Endanwender. „Die meisten Provider beschäftigen sich noch nicht genug mit IPv6“, sagt Frank Orlowski vom Internet-Austauschknoten DE-CIX in Frankfurt am Main. „Je früher man damit anfängt, umso besser.“ Es dürfe keine Torschlusspanik aufkommen, aber „irgendwann gibt es nichts mehr, was noch an Adressräumen verteilt werden kann“. Immerhin nutzen nach Angaben Orlowskis bereits 70 bis 80 Provider der 240 am DE-CIX angeschlossenen Netze das neue Internet-Protokoll.

Der Netz-Experte erwartet, dass es eine Übergangszeit geben wird, in der beide Protokolle parallel verwendet werden können. „Irgendwann wird man dann aber das alte Netz abschalten“, erklärt Orlowski. „Das wird ein Prozess sein, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt.“ Die Schätzungen für den Zeitpunkt, zu dem es keine freien IP-Adressen mehr geben wird, reichen je nach Szenario von 2010 bis 2012.

Auch der Potsdamer Informatik-Professor Meinel sieht keinen Grund für Panik: „Es ist nicht so, dass plötzlich alles schwarz wird für die, die nicht umgestellt haben.“ Schließlich gibt es auch die als „Tunneling“ bezeichneten Möglichkeiten, Daten des einen Protokolls so zu transportieren, dass sie von einem anderen Protokoll verstanden werden. Allerdings könnte es dabei zu gewissen Leistungseinbußen kommen.

Die Umstellung ist auf Seiten der Provider mit Investitionen in neue Hardware verbunden - die neuen Router müssen dann schließlich mit IPv6 umgehen können. Meinel erwartet aber, dass dies im Rahmen der ohnehin üblichen Erneuerung von Geräten ablaufen kann. Auch der DSL-Router für das drahtlose WLAN-Netz daheim muss dann IPv6 verstehen können, aber Meinel sieht in der Bereitstellung der entsprechenden Geräte kein großes Hindernis: „IPv6 soll nicht teuer werden.“

Für gewichtiger hält der HPI-Direktor die Sorgen nach dem Motto „Never touch a running system“. Mancher werde sagen: „Mein Internet funktioniert doch.“ Solche Bedenken müssten mit einer breiten Aufklärung über die Vorteile überwunden werden.

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