Soziale Online-Netzwerke | |||||||||||||||||||||||||||||
Google und Xing fordern Facebook heraus | |||||||||||||||||||||||||||||
Von Thomas Knüwer | |||||||||||||||||||||||||||||
Im heißen Kampf der sozialen Online-Netzwerke kündigt sich eine spannende Wendung an: Eine Allianz unter Führung von Google und unter Mitgliedschaft der deutschen Xing AG will Standards für den Datenaustausch zwischen einzelnen Plattformen entwerfen – und stellt sich damit direkt gegen das boomende Netzwerk Facebook. | |||||||||||||||||||||||||||||
DÜSSELDORF. Open Social heißt die Gruppe, der weitere bekannte Namen wie die Freundschaftsseite Friendster sowie die Softwarehersteller Salesforce. com und Oracle gehören. Lars Hinrichs, Vorstandsvorsitzende und Gründer der Xing AG, bestätigte dem Handelsblatt die Zusammenarbeit. Gemeinsam will die Gruppe drei Programmierschnittstellen entwerfen, die sich um zentrale Datensätze von Netzwerken drehen: die Profile der Nutzer, deren Kontakte innerhalb des Netzes sowie ihre Aktivitäten auf der Plattform. API – Application Programming Interface – heißen diese Schnittstellen in der Fachsprache. Sie definieren, wer auf welche Art auf bestimmte Daten eines Online-Dienstes zugreifen darf. Teilweise ermöglichen sie auch die optische Veränderung einer Seite. Bisher programmierten fast alle Web-Unternehmen ihre eigenen API-Varianten, zum einen, um das Kopieren ihrer Geschäftsidee zu erschweren, zum anderen aus Gründen der Datensicherheit.
Dann aber kam Facebook: Das rasant wachsende Netzwerk mit derzeit über 50 Mill. Mitgliedern öffnete seine Programmschnittstelle für Drittanwendungen. Diese können die Nutzer mit nur einem Klick in ihr Profil einbauen und mit einem weiteren Klick an ihre Freunde weiterverteilen. Über 5000 dieser Anwendungen gibt es bereits. So können Facebook-Mitglieder die Bilder anzeigen, die in Datenbanken wie Flickr abgelegt haben oder die neuesten Nachrichten einblenden. Die Programmierer dieser Anwendungen dürfen ihre Werke frei vermarkten: Wer Werbung integriert, erhält die vollen Einnahmen, Facebook möchte kein Stück vom Kuchen abhaben. Nach Informationen der „New York Times“ sollen diese Werbeformate erheblich effektiver sein, als gewöhnliche Werbung in sozialen Netzwerken: „Es ist noch früh, etwas zu sagen. Aber diese Anzeigen funktionieren sehr gut, während Anzeigen auf sozialen Plattformen generell wenig Wirkung zeigen“, sagte ein Mitglied aus dem Open-Social-Umfeld der Zeitung. In diesem Jahr werden soziale Netzwerke insgesamt 900 Mill. Dollar an Werbung einnehmen, 125 Mill. davon dürfen an Facebook gehen, errechneten die Analysten von E-Marketer. Im Jahr 2011 sollen die Einnahmen der Branche schon auf 3,63 Mrd. Dollar steigen. Lesen Sie weiter auf Seite 2: Heftige Spekulationen | |||||||||||||||||||||||||||||
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