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HANDELSBLATT, Montag, 11. Februar 2008, 16:17 Uhr
Mobile 3.0

Magere Aussichten für Handy-TV

Von Till Hoppe

Das Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0 will bis zum Start der Fußball-Europameisterschaft den Sendebetrieb in mehreren Ballungszentren aufnehmen, doch das Unternehmen kämpft mit zahlreichen Problemen. Ohne Anschubhilfen wie Großereignisse dürfte Handy-TV in Deutschland künftig ein Nischendasein führen - die Zukunft des Handy-Fernsehens.


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Mit Handy-TV wollen Mobilfunker neue Umsätze generieren. Foto: Nokia
Bild vergrößernMit Handy-TV wollen Mobilfunker neue Umsätze generieren. Foto: Nokia

DÜSSELDORF. Wenn die deutschen Nationalspieler im Juni bei der Europameisterschaft in Österreich gegen den Ball treten, dann werden Millionen Deutsche vor den Bildschirmen hängen. In Kneipen, öffentlichen Plätzen - oder vor dem Handy. Das ist zumindest das Ziel, das sich das Handy-TV-Konsortium Mobile 3.0 gesetzt hat.

Noch steht aber keineswegs fest, dass Fußballfans die EM-Spiele tatsächlich auf ihrem Mobiltelefon anschauen können. Das Konsortium will bis Anfang Juni in mehreren Ballungszentren den Sendebetrieb aufnehmen - doch bis dahin müssen noch viele offene Fragen geklärt werden. "Der Zeitplan ist sehr eng", sagte Mobile-3.0-Chef Rudi Gröger dem Handelsblatt.

Telekom
Chart: Telekom
Analystenmeinung
Vodafone
Chart: Vodafone
Analystenmeinung

Ohne die Anschubhilfe durch Großereignisse wie die Europameisterschaft dürfte Handy-TV in Deutschland auf absehbare Zeit ein Nischendasein fristen. Dass das Angebot die Kunden schnell in Massen anlocken wird, erwartet ohnehin heute kaum noch jemand. Auch Gröger gibt sich zurückhaltend: "Das wird ganz langsam anlaufen", erwartet er. Einige Hunderttausend Nutzer sollen es im ersten Jahr werden.

Das Beratungshaus Goldmedia prognostizierte vor einem Jahr noch einen Umsatz mit Handy-TV in Höhe von 655 Mill. Euro im Jahr 2012. Heute hält Goldmedia-Berater Michael Schmid 160 Mill. Euro für wahrscheinlicher. Nach seinen Berechnungen muss das Unternehmen mindestens drei Millionen Kunden gewinnen, um Geld zu verdienen.

Dabei geben Studien dem mobilen Fernsehen durchaus gute Chancen auf dem Markt. In Studien geben etwa acht Prozent der Befragten an, für Handy-TV bezahlen zu wollen. Besonders groß ist die Bereitschaft bei Männern unter 30 Jahren, sich Wartezeiten unterwegs mit TV-Programm zu verkürzen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Mobile 3.0 kämpft mit Problemen.


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