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HANDELSBLATT, Donnerstag, 20. März 2008, 13:03 Uhr
Smartphone-Hype unter der Lupe

iPhone-Nutzer lieben das Web


Apples iPhone überollt gnadenlos jede Konkurrenz, wenn es um Internet-Nutzung geht. Satte 85 Prozent der Kunden nutzen den Webbrowser, im Smartphone-Durchschnitt sind es gerade mal 58 Prozent - so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung zum Nutzerverhalten von Handy-Kunden.


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iPhone-Kunden: Surfen gegen die Langeweile Foto: dpa
Bild vergrößerniPhone-Kunden: Surfen gegen die Langeweile Foto: dpa

DÜSSELDORF. Apples iPhone überollt gnadenlos jede Konkurrenz, wenn es um Internet-Nutzung geht. Satte 85 Prozent der Kunden nutzen den Webbrowser, im Smartphone-Durchschnitt sind es gerade mal 58 Prozent, der Gesamtdurchschnitt liegt bei ganzen 13 Prozent. Das Nutzungsverhalten zeigt zudem: iPhone-Käufer haben oft Langeweile und suchen Orientierung.

Besonders beliebt sind bei iPhone-Nutzern zwei vorinstallierte Web-Widgets, hat M:Metrics herausgefunden: Youtube und Google Maps. Webvideos, überwiegend mit dem Zeitkiller Youtube, betrachten 30 Prozent der iPhoner. Der Marktduchschnitt liegt bei 4,6 Prozent. Google Maps nutzten im Januar 36 Prozent (Durchschnitt: 2,6 Prozent).

Die M:Metrics-Analyse belegt auch eine hohe Affinität zu Social Networks, die von fast 50 Prozent genutzt werden. Nummer eins: Facebook mit 20 Prozent und einem globalen Marktschnitt von 1,5 Prozent. Facebook waren die ersten, die ihren Dienst iPhone-tauglich gemacht haben. Das ist der Lohn.


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"Das iPhone ist zweifellos seinem Hype gerecht geworden", sagt M:Metrics-Analyst Mark Donovan zu den Ergebnissen. "Alle Nutzerzahlen von Web-Video bis SMS liegen weit über den üblichen Werten. Das stimmt. Und die geniale Nutzeroberfläche des iPhones hat ihren gehörigen Teil dazu beigesteuert. Die Zahlen sind wirklich überzeugend.

Allerdings muss man dazu sagen, dass auch die "gelungene" Zwangs-Tarifkombination einen Großteil dazu beiträgt. Schätzungsweise 75 Prozent der iPhone-Käufer haben das Gerät mit den jeweiligen Standardverträgen gekauft. Die beinhalten große Freikontingente für Web-Surfen und Messaging. Wäre ziemlich blöd, die nicht auszunutzen, wenn man sie schon jeden Monat teuer bezahlt. "Wenn die Angst vor überraschenden Rechnungen am Monatsende erst mal eliminiert ist, steigt die Nutzungsrate dramatisch an", so Donovan.

Ein Teil der Zahlen ist also schlicht self fullfilling prophecy. Die Nicht-Webnutzer sind überwiegend Kiddies mit gehackten iPhones, die ihr Mobilfunk-Vertrag arm machen würde, wenn sie anfangen im Web zu surfen oder stundenlang Videos gucken.

Hier wird einmal mehr die bremsende Rolle der Mobilfunkprovider deutlich. Sie suchen immer noch ihre Position in der Wertschöpfungskette des mobilen Webmarktes. Solange die nicht gefunden ist, werden wir weiter nur halbgare Tarifmodelle erleben, die jeden vernunftbegabten Menschen von einem all zu lockeren Umgang mit dem mobilen Internet abhalten. Und damit auch jeden, der diese Tarife abschließt.


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