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HANDELSBLATT, Freitag, 18. April 2008, 12:18 Uhr
Organische Elektronik

Biegsame Bildschirme aus der Druckerpresse

Von Ingmar Höhmann

Urlaub, Fußball-Europameisterschaft, Deutschland steht im Finale – und im Ferienhaus gibt es keinen Fernseher. Solche Pannen sollen bald der Vergangenheit angehören: In Zukunft sollen Urlauber Fernseher einfach eingerollt mit auf die Reise nehmen. Das Zauberwort heißt OLED.


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OLED-Technologie: Der Bildschirm XEL-1 von Sony ist gerade einmal drei Millimeter dick. Foto: rtr
Bild vergrößernOLED-Technologie: Der Bildschirm XEL-1 von Sony ist gerade einmal drei Millimeter dick. Foto: rtr

DÜSSELDORF. Bisher standen Entwicklungsprobleme und hohe Produktionskosten der Massenfertigung solch organischer Leuchtdioden im Weg. Nun haben Forscher des US-Mischkonzerns General Electric (GE) ein Verfahren entwickelt, mit dem sie OLEDs von der Rolle produzieren können. Zum Einsatz kommen soll es zunächst bei Beleuchtungsanwendungen.

Für die Technik könnte das der Eintritt in den Massenmarkt sein. Im Vergleich mit der herkömmlichen Chargenfertigung ist die sogenannte „Roll-to-Roll“-Produktion wesentlich günstiger. „Wissenschaftler beschäftigen sich schon lange mit der Möglichkeit, OLEDs in einem Verfahren herzustellen, wie es für den Zeitungsdruck verwendet wird“, sagt Anil Duggal, Leiter des Forschungsprogramms. „Jetzt haben wir bewiesen, dass es tatsächlich möglich ist.“

Die Technik könne auch die Fertigung von anderen Komponenten aus der organischen Elektronik revolutionieren, sagt Duggal. Vorstellbar sei zum Beispiel die Herstellung von Solarzellen in der organischen Photovoltaik, Sensoren oder flexiblen elektronischen Displays.

Das Prinzip der organischen Elektronik ist schon seit geraumer Zeit bekannt. OLEDs sind Dünnfilm-Komponenten aus organischen Materialien, die zwischen zwei Elektroden aufgebracht sind. Unter dem Einfluss von Elektrizität erzeugen sie Licht.

Die innovativen Leuchtdioden eröffnen vielfältige Designmöglichkeiten für Beleuchtungskonzepte in Gebäuden. Neben dem Einsatz auf verformbaren Materialien haben sie noch einen weiteren Vorteil: Sie verbrauchen bei gleicher Lichtqualität wesentlich weniger Energie. OLEDs gelten daher als Hoffnungsträger in der Beleuchtungstechnik.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Noch zwei Jahre bis zur Serienreife


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