Die Übertragung großer Datenmengen über das Internet verursacht erhebliche Transportgebühren. Ein besseres Programm für Videos kann immense Kosten sparen. Denn die Anbieter können damit wahlweise die Videoqualität erhöhen oder beim Übertragen an Bandbreite sparen.
Adobe-Chef Bruce Chizen will mit Flash aber nicht nur das Internet dominieren. Er zielt auch auf Mobiltelefone und MP3-Player – Experten sagen dort das größte Wachstum voraus. Auch Microsoft und Sun wollen daran teilhaben. Microsoft stellte Anfang September den Flash-Konkurrenten Silverlight vor, Sun-Chef Jonathan Schwarz sieht sein Unternehmen als den eigentlichen Erfinder des interaktiven Webs. 1995 brachte das Unternehmen die Programmiersprache Java auf den Markt, die heute in 1,5 Milliarden Mobiltelefonen steckt. Eine erweiterte Java-Version soll die Integration von Animationen verbessern.
In der Software von Main Concept „steckt jahrelange Forschung drin“, sagt Firmengründer Markus Mönig, der mit seinen 37 Jahren bereits ein Computervideo-Veteran ist. Zu seinem zwölften Geburtstag hatten ihm die Eltern einen Commodore-C-64-Rechner geschenkt: „Sie waren davon überzeugt, dass den Computer die Zukunft gehört.“ Schon wenig später verfasste der Aachener eigene Programme, mit 20 schrieb er eine preisgekrönte Software zum Bearbeiten von Videos, schwenkte aber nach der Pleite von Commodore auf Microsoft Windows um. Zwei Jahrzehnte später hat Mönig, der sein Studium der Informatik abbrach, einen Weltmarktführer in einer kleinen, aber lukrativen Nische aufgebaut.
In jüngster Zeit bekommt Mönig häufiger Kaufofferten für sein Unternehmen. „Die Konzerne wollen uns oft lieber gleich kaufen, als uns einen großen Auftrag zu geben“, vermutet er. Main Concept wäre wahrscheinlich billig zu haben – der Umsatz wird auf nur neun Millionen Euro geschätzt. Für den Betrag eines Jahresumsatzes würde er das Unternehmen aber nicht hergeben: „Da ist weit mehr drin.“

