Die Sendelizenz für DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld) werden sich wohl die Verlagshäuser Hubert Burda und Holtzbrinck sichern, die sich mit MFD Mobiles Fernsehen zum Konsortium Mobile 3.0 zusammenschlossen. Die endgültige Entscheidung der Landesmedienanstalten hängt davon ab, wie das Konsortium die beschränkte Anzahl von anfangs 16 Sendeplätzen belegen will. Die Medienanstalten verlangen ein „vielfältiges Gesamtangebot“: Sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten Sender müssen berücksichtigt werden, ein regionales TV-Angebot ist vorgeschrieben, ebenso vier Hörfunkprogramme. Das Konsortium soll ein Konzept dafür bis zum 9. November vorlegen.
Das erklärte Ziel der Landesmedienanstalten ist ein Start von DVB-H zur Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008. Doch das Sendenetz muss erst noch aufgebaut werden. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur und des künftigen Netzbetreibers, der Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems, werden erst bis Ende 2008 alle Landeshauptstädte versorgt sein. Die Behörde hat die Sendefrequenzen an den zu T-Systems gehörenden Mediendienstleister Media & Broadcast vergeben, der bereits im Geschäft mit herkömmlichen Fernsehübertragungen tätig ist. T-Systems rechnet für den Aufbau mit Kosten im unteren dreistelligen Millionenbereich - Geld, das über den Betrieb des Netzes wieder reingeholt werden soll.
Der Mobile-3.0-Partner MFD ist beim Handy-TV über Rundfunk bereits seit 2006 im Geschäft. Das von Finanzinvestoren und dem australischen Medienunternehmen Naspers kontrollierte Unternehmen hat die Lizenzen für den Standard DMB und vertreibt sein „watcha“-Angebot über die Mobilfunkdienstleister. Hier sind die Kundenzahlen allerdings noch immer gering - was an der noch geringen Bekanntheit, aber auch der fehlenden Unterstützung durch die Netzbetreiber liegen kann.

