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11.02.2008 

Jen-Hsun Huang ist geradezu euphorisch. "Das ist nicht weniger als der Beginn der zweiten Computerrevolution", sagt der CEO von Nvidia. Die High-Tech-Schmiede - die das Wirtschaftsmagazin Forbes gerade erst zum Unternehmen des Jahres 2007 gekürt hat - hat sich viel vorgenommen. Der britische Konkurrent ARM hat nach eigenen Angaben seine Chips in 90 Prozent aller in Barcelona ausgestellten Mobiltelefone verbaut. Darunter das erste Windows-Smartphones von LG, das KS20 im Prada -Stil, oder Samsungs "Blackjack II", ebenfalls mit Mobile 6. Dominierende Player bei reinen Applikationschips sind Firmen wie Texas Instruments oder Qualcomm. Nvidia ist hier blutiger Neuling.

Aber wenn der Generationswechsel ansteht, will der PC-Spezialist in den Gewässern von ARM, AMD, Texas Instruments und Qualcom räubern: "iPhone hat das Smartphone neu definiert. Standen früher Kalender und E-Mail im Vordergrund, ist es heute visuelles Computing", sagt Mike Rayfield, Manager der Handheld-GPU-Gruppe im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das öffnet die Tür für geballtes Know How aus 15 Jahren PC-Grafikkarten und High-End-Computerspielen. Der Einsatz lohnt sich: Die Marktforscher von IDC glauben, dass sich der Markt nur für Applikations-Prozessoren in Mobiltelefonen bis 2010 auf 3, 3 Mrd. Dollar verdoppeln wird. Gartner rechnet für 2012 mit sechs Mrd. Dollar.

Rayfields Ingenieure in dem futuristischen Bau aus Glas und Stahl im Herzen des Silicon Valleys sind motiviert bis in die Haarspitzen: Der APX 2500 ist das erste Gemeinschaftsprodukt von Nvidia und Portalplayer. Portalplayer hatte Chips für die ersten fünf Generationen des iPods geliefert, war aber bei iPod touch und iPhone ausgebootet worden. Ohne Apple brach das Geschäft weg und Nvida kaufte die Firma 2007. Jetzt sinnt man mit Microsoft auf Rache.

Und die passt auf eine Siliziumscheibe und wird im ultramoderen 45nm-Prozess gefertigt. Das verringert den Stromverbrauch dramatisch. Zehn Stunden HD-Video oder bis zu 100 Stunden MP3-Musik seien möglich. "Ich glaube", so Rayfield, "dass wir mit APX2500 das Wachstum von Smartphones mit Windows-Betriebsystemen signifikant verbessern können." "Wir sehen gerade einen bemerkenswerten Umschwung im Markt", bestätigt auch Adrian Hartog, Senior Vice President bei AMD Consumer Electronics. "Multimedia war früher Spielerei. Heute verlangen die Käufer es und arbeiten auch damit." Seit der Übernahme des Grafikchipherstellers ATI gibt AMD im Mobilfunk mächtig Gas. Vom Chip-Riesen NXP werden in Barcelona ebenfalls neue Produkte erwartet.

Nvidia hat im Geschäftsjahr 2007 rund 3,1 Mrd. Dollar umgesetzt und und einen Nettogewinn 448 Mill. Dollar erzielt nach 301 Mill. imVorjahr.

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