Wenn eine neue Folge verfügbar ist, wird diese automatisch heruntergeladen, sobald das Gerät Zugang zum Internet hat. Die Formate werden gespeichert und lassen sich anschließend jederzeit abspielen – und zwar ohne die ruckelnden Bilder, die bei anderen Angeboten noch an der Tagesordnung sind.
Der Service selbst ist kostenlos. Ohne eine Internet-Flatrate kann das Fernsehvergnügen auf dem Mobiltelefon aber trotzdem schnell teuer werden. Denn die Datenmengen, die beim Download auf das Handy wandern, sind durchaus üppig. Deshalb sei eine Flatrate „absolut notwendig“, sagt Kamrad. Die Kosten der Monatspauschalen sind zuletzt stark gesunken, Vodafone etwa bietet eine Flatrate für knapp zehn Euro an. Wer zu Hause oder unterwegs per W-Lan Zugang ins Internet hat, kann sein TV-Programm auch auf diesem Weg aktualisieren.
Bislang läuft die Software nur auf Multimedia-Handys von Nokia. Bis Ende April soll die Technik auch auf den Geräten anderer Hersteller funktionieren, die über ein Windows-Betriebssystem verfügen. Im Sommer wollen Kamrad und Merz zudem ein Verfahren integrieren, dass den Geschmack der Nutzer erkennt und ihnen passende Sendungen vorschlägt. Wer sich etwa gerne die Nachrichten zur Fußball-Bundesliga anschaut, bekommt dann auch Aufzeichnungen zur englischen Premier League angeboten. Dadurch wollen die Gründer das Angebot genauer auf die Wünsche der Nutzer zuschneiden – und sich für die Werbewirtschaft interessant machen.
Denn deren Gelder sollen zur wichtigsten Einnahmequelle von Dailyme-TV werden. Markenartikler können zu den Sendungen Werbebanner schalten oder einzelne Sendungen sponsern. Kamrad setzt darauf, dass sich die Unternehmen durch die recht präzise Eingrenzung der Zielgruppen locken lassen. Das Prinzip ist dabei das selbe wie etwa bei dem Online-Netzwerk Studi VZ: Je mehr die Firmen über die Nutzer wissen, desto genauer können sie ihre Anzeigen auf deren Interessen zuschneiden und damit Streuverluste vermeiden. „Behavioral targeting“ nennen die Experten das. Daneben will Kamrad für Zusatzleistungen Gebühren verlangen, etwa für bestimmte Musik- und Erotikangebote sowie Spiele.

