| HANDELSBLATT, Donnerstag, 29. März 2007, 14:00 Uhr | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Pauschaltarif für Handy-Gespräche | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
E-Plus wagt eine echte Flatrate | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Während sich die Mobilfunk-Schwergewichte T-Mobile und Vodafone D2 mit so genannten „Flatrate-Angeboten“ für Sprachdienste weiter extrem zurückhalten legt E-Plus noch einmal nach. Es gibt bei den Düsseldorfern künftig eine Flatrate für alle innerdeutschen Handy-Gespräche – egal in welches Netz. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
HB DÜSSELDORF. E-Plus bringt über die Zweitmarke Base als erster deutscher Mobilfunknetzbetreiber den Pauschaltarif für alle nationalen Gespräche an den Markt. Für eine Gebühr von 90 Euro im Monat könnten die Kunden ab dem 1. April 2007 unbegrenzt in das deutsche Festnetz und in alle vier Mobilfunknetze telefonieren, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Experten sehen einen Trend zu Pauschaltarifen, da diese von den Kunden wegen einer besseren Übersicht über die Kosten verlangt werde.
Die Tochter des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN startete bereits 2005 eine Mehrmarkenstrategie und heizte damit den Preiswettbewerb am hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt an. Ziel von E-Plus ist es, Festnetzkunden ins eigene Netz zu locken. Neben der Flatrate-Marke Base war E-Plus mit dem Angebot Simyo auch Vorreiter im Niedrigpreismarkt. Die anderen Netzbetreiber folgten mit eigenen Pauschalangeboten. Den Schritt zu einer echten Flatrate wagte jedoch noch keiner der vier Mobilfunknetzbetreiber. Der Preis für ein Pauschalangebot unterliegt einem hohem Kalkulationsrisiko, weil das Nutzungsverhalten der Kunden schwer abzuschätzen ist. Die Anbieter zahlen Gebühren, wenn Gespräche in andere Netze geleitet werden. Wird zu viel in andere Netze telefoniert, dann kann eine Flatrate auch zum Verlustgeschäft werden. Für Gespräche in das Mobilfunknetz von T-Mobile und Vodafone D2 fallen Durchleitungsgebühren von 8,8 Cent pro Minute an und in die der kleineren Anbieter 1,1 Cent mehr. Die Kosten schreckten zunächst auch E-Plus ab. Wegen des finanziellen Risikos habe die Gesellschaft ihre ursprünglichen Vorstellungen von 69 Euro pro Monat nach oben angepasst, hieß es Agenturberichten zufolge im Umfeld des Unternehmens. Base 1, 2 und 5 Unter der Marke Base gibt es künftig nun drei Flatrates: Base 1 für Anrufe vom Handy ins Festnetz zum Pauschalpreis von 15 Euro, Base 2 für Anrufe vom Handy ins Festnetz und ins E-Plus-Netz zum Preis von 25 Euro sowie der nun vorgestellte Tarif Base 5 für Anrufe in alle nationalen Netze zum Pauschalpreis 90 Euro. Einzig Sondernummern sind davon wie üblich ausgenommen. „Mit Base 5 sprechen wir überwiegend Vieltelefonierer im Alter zwischen 30 und 45 Jahren an, die stärker als andere Kunden das Base Angebot auch beruflich nutzen werden", sagte E-Plus-Marketingvorstand Andreas Gregori am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Tarife. Ganz allein ist E-Plus mit seiner Flatrate trotzdem nicht mehr auf dem Markt. Der Telekommunikationsdienstleister Freenet bietet ein vergleichbares Pauschalangebot für 89 Euro im Monat über das O2-Netz an. Der Mobilfunkdienstleister Debitel ist mit einem Tarif über das Netz von T-Mobile am Markt, der für 94 Euro monatlich 3000 Telefonminuten in alle Netze beinhaltet. Bei der Vodafone-Tochter Arcor kann der Kunde verschiedene Angebote kombinieren und so für insgesamt 90 Euro vom Festnetz aus in alle anderen deutschen Netze telefonieren.
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