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HANDELSBLATT, Dienstag, 22. April 2008, 12:02 Uhr
Pilotprojekt

KfW Bankengruppe investiert nachhaltig

Die staatliche KfW Bankengruppe legt ihr eigenes Vermögen künftig nach sozialen und Umweltschutzkriterien an. Die neuen Anlagekriterien dürften für Aufsehen in der Finanzbranche sorgen, da sie erhebliche Umschichtungen nötig machen.


dpa FRANKFURT/MAIN. Die staatliche KfW Bankengruppe legt ihr eigenes Vermögen künftig nach sozialen und Umweltschutzkriterien an. Das Institut werde bevorzugt in Anleihen investieren, deren Emittenten sich zu Umwelt- und Sozialstandards bekennen, teilte die KfW am Dienstag in Frankfurt mit. Im ersten Quartal habe das Institut bereits begonnen, seinen Wertpapierbestand an diesen Nachhaltigkeitsprinzipien auszurichten. Die neuen Anlagekriterien gelten zunächst für ein Portfolio im Wert von 20 Mrd. Euro, das vor allem in Bankschuldverschreibungen, Pfandbriefe und Anleihen staatlicher Emittenten investiert ist.

Wenn das Pilotprojekt umgesetzt ist, sollen weitere Portfolios nach diesen Kriterien umgeschichtet werden. Basis für die Anlagestrategie sind laut KfW die Investmentprinzipien der Finanzinitiative der Vereinten Nationen (UN). „Mit der Umsetzung der UN-Initiative schließen wir nun den Kreis der nachhaltigen Ausrichtung der gesamten Bank“, sagte der Leiter Kapitalmärkte, Frank Czichowski, laut Mitteilung.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ dürften die neuen Anlagekriterien für Aufsehen in der Finanzbranche sorgen, da sie erhebliche Umschichtungen nötig machten, berichtete die Zeitung. Bei 41 der 248 Emittenten, bei denen die staatliche Förderbank investiert hat, werde die KfW nach und nach Kapital abziehen und dort anlegen, wo Nachhaltigkeitskriterien ein größeres Gewicht haben. Welche Emittenten betroffen sind, gab das Institut nicht bekannt. Laut Zeitung sind die Staatsbank sowie die Versicherungskonzerne Münchener Rück und Deutsche Asset Management die einzigen deutschen Unternehmen, die sich der Initiative angeschlossen haben.


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