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23.07.2007 
CDP

Energieversorgern drohen Wertverluste

von Susanne Bergius

Investoren, die Wert auf die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens achten? Keine Utopie, sondern Realität: Die größte Investorengruppe der Welt, das „Carbon Disclosure Project“ (CDP), achtet bei Kapitalanlagen auf Transparenz und Verträglichkeit der Umweltdaten. Für einige große Unternehmen steht so gar die eigene Zukunft auf dem Spiel.

DÜSSELDORF. Die weltweit größte Investoreninitiative „Carbon Disclosure Project" kritisiert besorgniserregenden Mangel an Datenqualität und Transparenz zu Klimaschutzdaten. Fehlende Klimastrategien können zu beträchtlichen Wertverlusten bei Energieversorgern führen, wie zwei Studien berechneten.

Die Energieversorger haben noch keine zukunftsfähigen Strategien gegen die Risiken, die durch die Emissionen von Kohlendioxid (CO²) entstehen. Dies verdeutlicht eine Studie für das „Carbon Disclosure Project“ (CDP). Qualität und Transparenz zu CO²-Daten müssten viel besser werden, kritisiert der Bericht, der im Januar in London vorgestellt wurde. „Besorgniserregend für Investoren ist, dass keine vergleichbare Datenbasis verfügbar ist“, sagt Matthias Kopp, Projektleiter beim World Wildlife Fund (WWF), der die Studie mit den zwei größten US-Pensionsfonds Calpers und Calsters finanzierte.

Das CDP ist die weltgrößte Investoreninitiative. Sie besteht aktuell aus 280 Banken, Versicherern und Pensionsfonds, die 40 Billionen Dollar verwalten. Die Investoren wollen Klimarisiken und –chancen für ihre Anlagen aufdecken und fordern von den 2400 weltweit größten Unternehmen Transparenz und Klimastrategien. Sie wollen Klimaschutz als neues Kriterium bei Aktienauswahl und –gewichtung berücksichtigen.

Dahinter steht die Drohung, nur noch in die Konzerne zu investieren, die zukunftsfähige Klimastrategien haben. Für die anderen hätte dies beträchtliche Auswirkungen auf ihre Aktienkurse. „Ohne Zweifel werden die Aktienkurse einiger Energieversorger beeinträchtigt, wenn Regulatoren die Emissionskosten so internalisieren, dass damit die langfristigen Reduktionsziele der Wissenschaftler für Treibhausgase erreicht werden", sagt Paul Dickinson, Koordinator des CDP. Aus Deutschland sind unter anderem Activest, Allianz, Commerzbank, HypoVereinsbank, Münchener Rück, WestLB und der Bundesverband Investment und Asset Management beteiligt.

Bloß 42 Prozent der vom CDP 2006 befragten 265 Energieversorger antworteten vergangenes Jahr, obwohl die Branche für etwa ein Viertel der globalen Emissionen verantwortlich sei, kritisiert britische Agentur Trucost, die die CDP-Befragung auswertete. Von den zum EU-Emissionshandel verpflichteten Konzernen antworteten nur zwei Drittel und oft unzureichend.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gerade die Energieversorger halten sich bedeckt

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