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21.09.2007 
Nachhaltige Rentenversorgung

Sanftes Ruhekissen fürs Alter

von Susanne Bergius

Die staatliche Rente reicht für die heute 30 bis 50-Jährigen nicht mehr aus, um ihren Lebensstandard zu halten, wenn sie in Rente gehen. Die umlagenfinanzierte Rente ist daher zu ergänzen. Hier bieten sich auch nachhaltige Konzepte an, weil sie stark auf langfristig solide Renditen setzen – und beachten dabei ökologische, soziale und ethische Kriterien.

Immer mehr Menschen legen ihr Geld bereits in derart konzipierte nachhaltige Investmentfonds an. Fast zwei Drittel der Deutschen meinen, dass sich diese auch gut für die private Altersvorsorge eignen, wie 2006 eine repräsentative Umfrage von AXA Investment Managers und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest ergab. Doch noch ist vielen Arbeitnehmern unbekannt, wie man seine Altersvorsorge entsprechend ausrichten kann. Nachhaltige Produkte bilden Zukunftsthemen ab, wie Klimaschutz und Umwelttechnik, und seien daher für jeden Anleger interessant, ob er nachhaltiges investieren wolle oder nicht, meint Dietmar Vogelsang, Sachverständiger für Kapitalanlagen. Er empfiehlt, Anbieter zu wählen, die hierbei schon längere Erfahrung und einen guten Namen haben.

Arbeitnehmer sollten zunächst bei ihrem Arbeitgeber nachfragen, wie die für die Betriebsrente gesparten Gelder angelegt werden. Denn seit August 2005 müssen nicht nur Pensionsfonds, sondern auch Betriebspensionskassen und betriebliche Direktversicherungen die Verbraucher vor Vertragsabschluss über öko-soziale Anlageziele informieren und den Versicherten einmal im Jahr offen legen, ob und wie sie nachhaltige Kriterien bei der Kapitalanlage berücksichtigen. „Die Berichtspflicht wirkt besonders bei neu entstehenden Pensionsfonds: fast ein Viertel wendet zumindest für einen Teil ihres Portfolios Nachhaltigkeitskriterien an“, stellt Cornelia Dereje vom Forum Nachhaltige Geldanlagen fest.

Während sich in Österreich bereits vor Jahren drei von neun Branchenpensionskassen und sieben von neun Mitarbeitervorsorgekassen zu entsprechenden Kriterien verpflichtet haben, bot in Deutschland die Metallrente lange den einzigen komplett nachhaltigen Pensionsfonds. Ende Juni lag das Volumen bei 35 Mill. Euro. Inzwischen berücksichtigen zahlreiche Pensionsfonds und –kassen nachhaltige Anlagekriterien, ergab eine Analyse des Freiburger Öko-Instituts.

Die staatlich geförderten Riester-Renten-Produkte müssen nachhaltige Anlagekriterien ebenfalls transparent machen. Sie bieten eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge und sie setzen meist auf eine Mischung aus Aktien-, Renten- und Immobilienwerten. Unter den tausenden Angeboten bestehen aber nur einige mit nachhaltigen Konzepten.

Arbeitnehmer können auch selbst eine nachhaltige Altersvorsorge abschließen. Zwar gibt es weder Berichtspflicht noch staatliche Förderung, aber die spätere Rente ist großenteils von Steuern befreit. Anders als die klassische Konkurrenz legen nachhaltige Altersvorsorgeprodukte die Prämie ganz oder teilweise in Investmentfonds mit ökologischen, sozialen und/oder ethischen Kriterien an. Fondsgebundene Kapitallebensversicherungen bieten die höchsten Ertragschancen – sie hängen von der Fondsauswahl und der Börsenentwicklung ab. Rentenversicherungen bieten die höchsten Garantieleistungen, allerdings gibt es kaum nachhaltige Rentenversicherungen mit Mindestverzinsungen.

Die Nachfrage nach privaten und betrieblichen „grünen“ Altersvorsorgeprodukten wächst in Deutschland stetig, stellen das Ökoinstitut und Anbieter fest. Gefragt sind insbesondere die Riester-Renten: Bei der Umweltbank stieg die Zahl derartiger Neuverträge vergangenes Jahr um 29 Prozent an, deren Beitragsvolumen betrug 9,1 Mill. Euro. Trotzdem ist der Markt nachhaltiger Altersvorsorge immer noch sehr kleine eine Nische, der von wenigen, meist spezialisierten Anbieter dominiert wird. Die Konzepte von Spezialisten und konventionellen Anbietern sind sehr unterschiedlich, Vergleiche sind daher angeraten. Eine aktuelle Übersicht über mehr als 50 Produkte bietet das Öko-Institut auf » www.ecotopten.de.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Anlage der Prämien unter nachhaltigen Konzepten

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