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06.03.2008 
Digitale Bildnutzung

Gesichter im Fadenkreuz

von Chris Löwer

Eine neue Software von Fraunhofer-Forschern kann Ähnlichkeiten zwischen Bildern finden. Das könnte das Suchen in der Flut digitaler Schnappschüsse deutlich erleichtern. Auch in anderen Bereichen der digitalen Bildnutzung machen die Wissenschaftler rasante Fortschritte.

Auch die lästigen 3D-Brillen könnten dank der neuen Fraunhofer-Technik bald überflüssig sein. Foto: ReutersLupe

Auch die lästigen 3D-Brillen könnten dank der neuen Fraunhofer-Technik bald überflüssig sein. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Die Fotografie hat sich durch digitale Kameras radikal gewandelt - nicht zuletzt, weil die Schnappschussrate dramatisch nach oben geschnellt ist. Das Mehr an Fotos kostet zwar nichts, dafür geht in der Bilderflut leicht der Überblick verloren. Das gilt für private wie für professionelle Knipser. Fraunhofer-Forscher vom Heinrich-Herz-Institut (HHI) für Nachrichtentechnik zeigen mit dem Programm Photofinder nun eine Lösung, mit der schnell aus dem Wust der Bilder das gesuchte Motiv herausgefiltert werden kann - und zwar ohne, dass es vorher benannt worden wäre. "Wir gehen einen Schritt weiter als die Bildersuche bei Google, wo nach Stichworten in Bildunterschriften gesucht wird. Durch unsere inhaltsbasierte Ähnlichkeitssuche, findet die Software Aufnahmen anhand von vorgegebenen Beispielbildern", erklärt Klaus Schenke vom HHI.

Kern der Lösung ist eine Gesichtsdetektion, durch die gezielt nach Portraits und Gruppenfotos gefahndet werden kann, was selbst bei Aufnahmen im Profil funktioniert. Ein spezieller Algorithmus übernimmt die Auswahl. Das Programm gibt es - allerdings ohne die Gesichtserkennung - auch in einer Version für mobile Geräte, so dass Bilder nach Inhalten in unterschiedlichen Quellen gesucht und etwa auf Handhelds archiviert werden können. So können anhand von Beispielbildern neben Urlaubsfotos auch Spielfilme auf der Suche nach einem Schauspieler oder dessen Aston Martin durchkämt werden.


» Im Bild: Die Trends der Cebit


"Der Bildraum wird durch dreidimensionale Bildkarten dargestellt. Anstatt mit Text werden die Bilder durch ihre Bildmerkmale wie Farbe, Farbverteilung sowie Textur basierend auf dem neuen MPEG-7 Standard beschrieben", erklärt Schenke. Zunächst werden ausgewählte Bilder angezeigt, die den Suchkriterien am ähnlichsten sind, wovon wiederum die besten Treffer angeklickt werden, um das Gesuchte zu finden. Die Suchmaschine lernt bei jeder Eingabe hinzu, um künftig noch schneller ans Ziel zu kommen.

Demnächst sollen erste Geräte mit dem Pocket-PC-Browser ausgestattet werden. Über Industriepartner mag man jedoch noch nicht sprechen. Wie weit die digitale Bildnutzung bereits gediehen ist, zeigt auch ein neues Verfahren der Videokodierung. Das sogenannte "Scalable Video Coding" (SVC) erlaubt es, Filme unterschiedlicher Formate auf unterschiedliche Geräte aus dem Netz herunterzuladen, ohne umzuformatieren oder auf eine spezielle Hardware zurückgreifen zu müssen.

Ob nun der Kinofilm auf dem Plasmabildschirm oder dem Handheld laufen soll - durch die Streamtechnik wird die Datenmenge automatisch an die Bildqualität angepasst. Bei den bisherigen Kodierungsstandards sind Bildauflösung und-größe von vornherein festgelegt und müssen komplett heruntergeladen werden. Bei hochauflösenden Bildern wäre ein Handheld also überfordert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Dreidimensionale Displays

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