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04.03.2008 

Ein Experte auf dem Gebiet des Web 2.0 ist auch Olivier Creiche, der ebenfalls auf der Veranstaltung referiert. Als Vizepräsident für Europa, den Nahen Osten und Afrika arbeitet er für Six Apart, einem der weltweit führenden Weblog-Anbietern.

Für ihn steht beim Thema Enterprise 2.0 ebenfalls nicht die Technik im Vordergrund: "Im Allgemeinen kann man sagen, dass die positiven und erfolgreichen Aspekte, die das Web 2.0 in die Unternehmen bringt, sich aus der Demokratisierung der globalen Konzernkommunikation ergeben" berichtet er im Gespräch mit Handelsblatt.com.

Dafür seien Web-2.0-Techniken wie ein RSS-Feed, der bei der Verbreitung von Wissen helfe, ebenso wie Weblogs, die eine öffentliche Konzernkommunikation ohne Webmaster erlaubten, zwar hilfreich aber nicht hinreichend. "Eine Partizipation der Mitarbeiter setzt häufig einen echten Wechsel in der Unternehmenskultur voraus", so Creiche.


» Im Bild: Die Themen der Cebit


Das Interesse am Thema Enterprise 2.0 sieht er derzeit stark Aufwind, auch in Deutschland. Allein hierzulande habe sich das Auftragsvolumen seines Unternehmens im vergangenen Jahr verzehnfacht. Für die Zukunft erwartet Olivier Creiche noch weiteres Wachstumspotential, da viele Unternehmen jetzt erst auf das Thema aufmerksam würden. Andere Unternehmen hätten vor etwa ein oder zwei Jahren begonnen, mit Enterprise-2.0-Konzepte zu experimentieren und näherten sich jetzt der Umsetzungsphase.

Auch Vodafone in England geht beim Thema Enterprise 2.0 voran und setzt bereits ein internes soziales Netzwerk ein. Es soll dazu dienen, das unternehmenseigene Kompetenznetzwerk abzubilden. Das bedeutet, für jeden Mitarbeiter im Unternehmen wird in der Software festgehalten, bei welchen Themen er Experte ist. Somit fällt es Kollegen leichter, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Vodafone Deutschland ist dagegen eher zögerlich beim Einsatz von Web-2.0-Techniken. Bisher werden nur Podcasts für die Unternehmenskommunikation nach außen eingesetzt. "Blogs, Wikis und Foren sind sicherlich interessant, benötigen aber immer auch eine kritische Masse an Nutzern", so Unternehmenssprecherin Ute Brambrink.

Auch Fraports Wiki-Experte Wieland Stützel steht nicht allen Möglichkeiten des Enterprise-2.0-Modells unkritisch gegenüber: Der Einsatz von Weblogs in einem Unternehmen würde beispielsweise nicht wirklich funktionieren, denn man dürfe "das Thema Macht und Herrschaft als Konstanten in einem Unternehmen nicht außen vor lassen". Andererseits aber sollte "man schauen, was dennoch möglich ist mit prinzipiell egalitären Technologien, die außerdem nicht wirklich kontrollierbar sind", fügt er hinzu.

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