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24.09.2007 
Umfrage zu Klimastrategien

Unternehmen ignorieren Klimarisiken

von Susanne Bergius

Die weltweit größte Investoreninitiative „Carbon Disclosure Project“ (CDP) hat Unternehmen nach ihrer Einstellung zu Treibhausgasemissionen und Klimastrategien befragt – die Resultate der Befragung werden heute bekanntgegeben. Noch immer streiten viele Unternehmen wie Boeing, Toshiba und Hennes & Mauritz ab, dass sie Klimarisiken ausgesetzt sind.

Trotz akuter Risiken werden Klimaschutzprogramme von vielen Unternehmen weiterhin vernachlässigt. Foto: dpaLupe

Trotz akuter Risiken werden Klimaschutzprogramme von vielen Unternehmen weiterhin vernachlässigt. Foto: dpa

BERLIN. Das CDP hat 2 400 der größten Börsenkonzerne befragt: Mehr Unternehmen als je zuvor haben geantwortet sowie ihre Datenerfassung verbessert, ausführlicher informiert und Programme zur Emissionssenkung gestartet, heißt es in dem Bericht, der dem Handelsblatt vorliegt. Aber es besteht eine Kluft zwischen Erkennen und Handeln.

Viele Investoren fordern Transparenz, Klimastrategien und Emissionsminderung, um Klimarisiken und Chancen für den Wert der Unternehmen erkennen und bei Anlageentscheidungen berücksichtigen zu können. Großanlegern ist das offensichtlich immer wichtiger: Dieses Jahr stieg die Zahl der CDP-Mitglieder von 280 auf 315. Sie verwalten zusammen mehr als 41 Bill. Dollar.

Bei der Umfrage gelangen die 50 Konzerne mit der höchsten Transparenz in den „Carbon Disclosure Leadership Index“. Darunter sind vier deutsche: Allianz, Bayer, die bisherige Daimler-Chrysler und Deutsche Telekom.

Die Ratingagentur Innovest bewertet die Teilnehmer nach der Qualität ihrer Klimaschutzpraxis, was Transparenz und tatsächliche Leistung unterscheidbar macht. Die Telekom erhielt als einziges deutsches Unternehmen ein AAA-Rating. Als eines der ersten Unternehmen schreibt sich die Telekom auch indirekte, durch den Bezug von Strom, Heizenergie, Produkten und Diensten entstehende Emissionen zu und hat diese zum Beispiel durch den Kauf von Ökostrom gesenkt. „Es freut uns, dass Investoren unsere Leistungen honorieren“, sagte Ignacio Campino, Leiter Umweltschutz der Telekom, dem Handelsblatt.

Auch die Allianz schneidet mit der AA-Bewertung gut ab. Joachim Faber, Vorstand der Allianz, teilt mit: „Im Interesse unserer Kunden und Aktionäre müssen wir die signifikanten Kosten des Klimawandels bei unseren Entscheidungen zu Versicherungs- und Kreditverträgen sowie Investments berücksichtigen.“ Die Allianz hat 2006 eine Klimastrategie mit 17 Zielen und 80 Vorhaben für alle Geschäftsbereiche festgelegt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Klimasünder werden namentlich angeprangert.

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