Zum anderen sind Kleinwagen heute nicht mehr das, was sie früher waren. Von wahrnehmbaren Qualitätsunterschieden bei der Fahrdynamik, Sicherheitsausstattung und Verarbeitung kann keine Rede mehr sein. Als allerletzter Grund gilt der notwendige fortlaufende Wertewandel. Im Unterbewusstsein weiß jeder Markenfahrer, der für zehn Kilometer Pendelstraße täglich fünf Auto-Meter und 500 PS in Bewegung setzt, dass dies Unsinn ist. Eine statusverträgliche Alternative hat er jedoch noch nicht.
Knapp vier Meter und 150 PS, wie man sie in dem zu schaffenden Segment erwarten darf, wären zwar ökonomisch gesehen weiterhin ein Verbrechen, dafür dürfte das soziale Urteil milder fallen. Und dies, obwohl man bei den Superbabys keine radikalen Spritsparer erwarten darf (bei Premium ja unpassend!).
Dennoch: Superbabys stellen, anders als das 1er Coupé, eine echte Neuheit dar. Das klein gemachte hübsche 3er ist in ästhetischer als auch in technischer Hinsicht nur die Kopie des größeren Bruders. Als 3er des kleinen Mannes steht er dennoch etwas bieder da. Der immerhin 4,36 Meter lange Wagen bringt es immerhin auf gute 306 PS und ist weit entfernt vom grünen Gedanken.
Damit gehört das 1er Coupé weder zur neuen Ökogruppe, noch wird es eine neue Zielgruppe erschließen – höchstens dem 3er etwas abnehmen. Damit stellt man plötzlich fest, dass BMW eine Reihe zu viel hat.
Paolo Tumminelli (paolo.t@goodbrands.de) ist Designprofessor an der Fachhochschule Köln und Geschäftsführer von Goodbrands.

