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28.02.2008 

Sicherlich hat Fisker, der früher BMW und Aston Martin und später den Artega GT zeichnete, eine magische Hand für automobile Formen. Der Karma, eine schwunghafte Coupé-Limousine, ist in etwa „so hoch wie ein Porsche 911, so lang wie ein Mercedes CLS und breit wie ein 7er BMW“ und wäre als Gegner des künftigen Porsche Panamera eine schöne Ergänzung zum Programm von Maserati. Mit dem mit rund 80 000 US-Dollar fast günstigen Wagen will Fisker die Verbindung zwischen klassischer Schönheit und einer Zukunftstechnik mit Plug-in-Hybriden geschaffen haben. Karma soll Luxuskunden ansprechen, aber so einfach ist es nicht.

Als Digitaltechnik die Uhrenbranche revolutionierte, umhüllten die Uhrmacher aus der Schweiz Quartz-Uhrwerke mit bewährten Designs. Ein ähnlicher Paradigmenwechsel findet heute in der privaten Mobilität statt – zum zweiten Mal. Wie die Uhrmacher versuchten die Kutschenbauer verzweifelt, das Pferd durch einen Verbrennungsmotor zu ersetzen. Angeblich dem Kunden zuliebe. Der alte Pininfarina beklagte den Streit mit Ewiggestrigen, die eine geneigte Windschutzscheibe nicht haben wollten, dafür aber goldene Laternen. Doch er setzte sich durch: Das moderne Automobil wurde geboren.

Wenn heute Fisker einen Elektromotor, einen Generator, eine Lithium-Ion-Batterie und gar Solarzellen in eine Karosse im neoklassischen Stil einbaut, dann macht er nichts anderes, als das Pferd zu ersetzen, ohne an die Kutsche von morgen zu denken.

Fiskers Panzer wiegt ob der schlanken Linienführung gut zwei Tonnen. Diese Masse rein elektrisch zu bewegen ist angesichts der heutigen Batterie-Technik unsinnig – vor allem aufgrund der unzumutbaren Ökobilanz. Dieses Auto eine zukunftsweisende „Green Machine“ zu nennen ist ganz im Stil Hollywoods. In Wahrheit ist der Karma nicht mehr als ein alter Macho im grünen T-Shirt – ein schönes Outfit für den Boulevard in der Dämmerung.


Paolo Tumminelli ist Designprofessor an der Fachhochschule Köln und Geschäftsführer von Goodbrands.

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