Die hohe Aufmerksamkeit des Themas verwundert nicht, geht es doch um viel, vor allem um die Reputation. Sie zu erhalten und auszubauen, ist bei fast allen befragten Unternehmen Hauptmotiv, auf den Klimawandel rasch zu reagieren. "Der direkte Druck durch Kunden spielt hier noch keine so große Rolle. Allerdings hat die Reputation letztlich auch wieder Einfluss auf die Kaufentscheidung der Kunden“, sagt Elshorst.
Und es geht um viel Geld: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) sowie die Unternehmensberatung Roland Berger haben jüngst prognostiziert, dass alleine bei deutschen Unternehmen ab 2020 das Geschäft mit Produkten Wind- oder sauberen Industrieanlagen eine größere Bedeutung haben wird als das mit Autos. Für 2030 sagen die Experten für die deutsche Umweltwelttechnik ein Marktvolumen von mehr als einer Billion Euro voraus. Derzeit sind es noch bescheidende 150 Mrd. Euro.
Die Unternehmen haben dieses Potential erkannt, wie die Studie von Clifford Chance belegt. Rund die Hälfte der befragten Firmen sieht beim Thema Klimawandel mittelfristig sehr gute Geschäftschancen. Auffällig ist dabei, dass gerade US-Unternehmen auch kurzfristig übermäßig zuversichtlich sind, hieraus Kapital zu schlagen. Dies dokumentiert den Stimmungsumschwung in den Staaten, wo die Themen Umwelt oder Nachhaltigkeit nicht zuletzt im High-Tech-Tal Silicon Valley eine riesige Investitionswelle ausgelöst haben.
Allerdings muss Europa nach Ansicht von Anwalt Elshorst derzeit nicht fürchten, mal wieder den Anschluss zu verpassen: "Die alte Welt ist beim Thema Klimawandel klar vorn. Wir haben etwa beim Emissionshandel einen Vorsprung. Wir wissen, wie man solch ein Werkzeug umsetzt. Das ist ein großer Vorteil.“

