Monckton selbst verfolgt nach eigenem Bekunden keinerlei eigenen finanziellen Interessen. Finanziell unterstützt werde er allerdings von einem wohlhabenden US-Bürger, der mit dem Thema Klimawandel aber nichts zu tun habe, sagt Monckton. Der Kampf gegen das Klima-Establishment ist durchaus teuer. Der Lord reist viel und im vergangenen Frühjahr schaltete er eine Serie von Anzeigen in der „New York Times“ und der „Washington Post“, in denen er Al Gore zu einem öffentlichen Streitgespräch aufrief. Al Gore reagierte nicht.
Moncktons Kernthese ist aus Sicht der ganz überwiegenden Zahl der Klimaforscher längst überholt. Nach der Überzeugung des 55-jährigen Briten, der früher als Journalist und Berater – etwa für Margaret Thatcher – arbeitete, ist es nicht erwiesen, dass die globale Erwärmung vom Menschen verursacht wird. Die Kohlendioxidkonzentration steige zwar kontinuierlich und gleichmäßig an, der Temperaturanstieg schwanke dagegen stark, sei geradezu erratisch. Der Zusammenhang zwischen beiden Entwicklungen sei nicht zwingend.
Dafür, dass der Lord sich erst seit 18 Monaten mit dem Thema Klimawandel befasst, hat er immerhin schon eine Menge Staub aufgewirbelt – und Skeptiker ermutigt, an ihren Bedenken festzuhalten. Ganz allein steht er in Bali nicht: Wie selten zuvor bombardiert die kleine Gruppe der Kritiker Journalisten mit ihren Statements. Einen grundsätzlichen Wandel der öffentlichen Meinung dürften sie aber kaum mehr bewirken.
