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30.12.2007 

Die Bundesregierung versucht auf diese Weise, eine Schieflage aus der ersten Periode zu beheben: Weil die Energiekonzerne mit ihrer Marktmacht ihre Kosten fast ungehindert auf die Kunden überwälzen können, konnten sie die Marktpreise für die Emissionszertifikate in die Preise im Stromgroßhandel einkalkulieren, obwohl sie diese kostenlos erhalten hatten. Die Industriekunden beklagten milliardenschwere „Windfall“-Profits bei den Versorgern. Das Bundeskartellamt leitete sogar ein Verfahren ein, das letztlich in einem Vergleich endete. Mit dem Verkauf von Zertifikaten will die Regierung nun einen Teil dieser Zusatzgewinne abschöpfen. Der Staat kann sich dadurch auf milliardenschwere Zusatzeinnahmen freuen.

Die Versorger kalkulieren für die zweite Periode auch mit beträchtlichen Kosten. RWE rechnet mit einer Unterausstattung von 50 Prozent. Da der Energiekonzern mit einem Ausstoß von rund 140 Millionen Tonnen pro Jahr mit Abstand der größte Emittent Europas ist, muss er Zertifikate für 60 bis 70 Millionen Tonnen CO2 zukaufen. Gemessen an den aktuellen Notierungen kommen auf das Unternehmen damit Kosten von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro zu.

Der Eon-Konzern wird nach eigenen Schätzungen in seinen europäischen Märkten insgesamt einen CO2-Ausstoß von 55 Millionen Tonnen zugebilligt bekommen – das sind 30 Millionen Tonnen weniger, als das Unternehmen noch im Jahr 2006 produzierte. Wenn es nicht gelingt, das Volumen zu verringern, müsste Eon gemessen an den aktuellen Notierungen Zertifikate im Wert von über 600 Millionen Euro erwerben.

Die Energiekonzerne werden versuchen, die zusätzlichen Kosten über höhere Strompreise wieder hereinzuholen. Inwieweit ihnen das gelingt, hängt vom Wettbewerb ab, der allmählich in Schwung kommt. Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der in Deutschland Großkunden vertritt, warnt aber bereits vor einer neuen Preiswelle, die auf die Industrie zurollt.

Während die Unternehmen über die nächste Periode stöhnen, richtet die EU-Kommission bereits den Blick nach vorne. Im Januar will sie ihre Planungen für die Zeit nach 2012 präsentieren.

Erste Eckpunkte sind bereits im Herbst durchgesickert. So plant die EU-Kommission ein europaweit einheitliches Verfahren: eine Versteigerung aller Zertifikate. Und das Volumen, das zur Verfügung gestellt wird, soll natürlich weiter sinken. Das Ziel der EU ist schließlich ehrgeizig: Bis 2020 sollen sich die Emissionen um stolze 20 Prozent verringert haben.

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