Laut Studie sind die Störungen am stärksten in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen, im Süd- und Ostchinesischen Meer, in der Karibik, im Mittelmeer, im Roten Meer, der Beringsee entlang der nordamerikanischen Ostküste und in weiten Teilen des westlichen Pazifiks. An der deutschen Nordseeküste attestierten die Forscher dem Meer noch einen relativ guten Zustand. Kaum betroffen sind bislang die Ökosysteme der Ozeane rund um den Nord- und Südpol, sie werden aber in Zukunft durch die schmelzenden Eiskappen gefährdet. Sehr geringe Auswirkungen zeigten sich auch vor der Küste Nord- Australiens, in Regionen des westlichen Zentralpazifiks und kleinen Flecken vor der südamerikanischen und afrikanischen Küste.
Im Hinblick auf die Meeresverschmutzung seien bislang nur jeweils Einzelaspekte untersucht worden. „Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Summe der jeweiligen Einwirkungen ein viel schlechteres Gesamtbild ergibt, als die meisten Leute erwartet hätten“, sagte Benjamin Halpern vom US-Zentrum für ökologische Analysen der Universität von Kalifornien in Santa Barbara.
Die Forscher sammelten Daten 17 verschiedener menschlicher Einwirkungen auf die Meere - von der Küstenentwicklung über Düngemittel-Einlauf bis zur Verschmutzung durch Schiffsverkehr - und bewerteten ihre Schädlichkeit für 20 unterschiedliche marine Ökosysteme. Fiorenza Micheli und ihr Team von der Universität Stanford unterteilten für die Meereskarte die Ozeane in Parzellen von einem Quadratkilometer Größe, für die jeweils Art, Anzahl und Belastung der Ökosysteme bestimmt wurden. „Unsere Hoffnung ist nun, dass diese Karte durch weitere Daten aktualisiert und noch präziser wird“, sagt Micheli. „Aber das wird das Bild wohl noch düsterer machen.“
Die Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) gilt als größtes fachübergreifendes Forschertreffen der Welt. Bis zum Montag diskutieren dort rund 9000 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern.
