Handy-TV kostet Anbieter zunächst einmal viel Geld
Um das Handy-Fernsehen ans Laufen zu bringen, müssen die künftigen Betreiber der DVB-H-Plattform - zu den Bewerbern zählen T-Mobile, Vodafone
und O2 - hohe Investitionen tätigen. Die Mobilfunker veranschlagen einen dreistelligen Millionenbetrag. Hinzu kommt, dass die Inhalte erst fürs Handy aufbereitet werden müssen. Auch das kostet Geld. Über die Marktchancen des Westentaschen-Fernsehen gehen die Ansichten auseinander. So gibt die Beratungsfirma Greenwich Consulting zu bedenken, dass Mobiltelefone wegen der kleinen Displays für längeren TV-Konsum ungeeignet seien.
Sehr optimistisch ist hingegen Roman Friedrich von Booz Allen Hamilton: "DVB-H hat Massenmark-Potenzial." Der Fachmann rechnet damit, dass 2011 acht Millionen Menschen in Deutschland auf dem Mobiltelefon fernsehen. Den Umsatzbeitrag sieht Friedrich ab dann bei 700 Mill. Euro pro Jahr - ein Drittel der gesamten Datenerlöse (ohne SMS-Textbotschaften) von über zwei Mrd. Euro, den er in vier Jahren erwartet.
Special: Die Trends und Themen der Cebit im Überblick
Entscheidend für den Erfolg sei neben attraktiven Programmen und einer großen Handy-Modellpalette das Zusammenspiel aller Beteiligten - und ein Geschäftsmodell, bei dem jeder profitiere. Friedrich geht hier davon aus, dass es Monatsgebühren geben wird, die Netzbetreiber und Programmanbieter unter sich aufteilen.
Das ist jedoch noch Zukunftsmusik. Konkret werden die Mobilfunkunternehmen auf der Cebit unter anderem die Konvergenz vorantreiben und neue Bündelprodukte mit DSL-Komponenten auf den Markt zu bringen. Diesen Weg gehen indes auch die Festnetz- und Internetanbieter. Und hier erwächst T-Mobile & Co beispielsweise in der frisch fusionierten Freenet ein weiterer Konkurrent - flugs zur Messe geht sie mit Komplettprodukten samt Handy-Tarif an den Markt.

