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05.10.2007 
Nachhaltig Bauen

Kräftiger Hebel für zukunftsfähige Wirtschaftsweise

von Susanne Bergius

Die Bau- und Immobilienwirtschaft hat nachhaltige Konzepte bisher weitgehend ignoriert. Damit sich das ändert, widmet die Expo Real (8. bis 10. Oktober) ihren ersten Tag ganz der Frage, was die Branche und die Stadtentwicklung beim Altbestand und bei Neubauten tun können, damit Gebäude nicht mehr für 40 bis 50 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich sind.

Nachhaltiges Wirtschaften ist sehr komplex und reicht in sämtliche Wirtschaftssegmente und betrieblichen Aktivitäten hinein. Jedes Unternehmen, jede Führungskraft und im Idealfall jeder Mitarbeiter sollte seinen Teil dazu beitragen, Unternehmen und Verbraucher auf den Weg zu einer nachhaltigeren, umwelt- und sozialverträglicheren Wirtschaftsweise zu bringen.

Jeder Beitrag ist wichtig. Aber es ist auch wichtig, zu fragen: Wo sind die größten Hebel? Wie kann man am meisten erreichen? Welche Branche trägt wie viel Verantwortung?

Drei Branchen stehen im Fokus: die Energiebranche und der Verkehr müssen überdurchschnittlich viel beitragen, beides öffentlich viel diskutiert. Die dritte Branche aber führt hinsichtlich Nachhaltigkeit noch ein Schattendasein: die Baubranche.

Die größten Massenströme der Wirtschaft aber werden im Baubereich bewegt: nicht nur bei der Errichtung eines Gebäudes, sondern auch bei Betrieb, Renovierung, Sanierung und beim Abriss oder Rückbau. Die Bauwirtschaft macht rund 50 Prozent der jährlichen Kapitalinvestitionen in Europa aus. Sie habe daher enorme Einflüsse auf die Umwelt, wie der der Verband der Europäischen Bauwirtschaft inzwischen einräumt.

Gebäude verursachen laut OECD in Industriestaaten rund 40 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Häuser, die heute gebaut werden, werden das Ende des Öl- und Gaszeitalters erleben – und darauf muss sich die Branche heute schon einstellen.

Zudem muss die Branche in allen Teilen der Erde tief greifende demographische Wandel berücksichtigen: schrumpfende Bevölkerungen in Europa, die Gebäude an bestimmten Stellen überflüssig machen, und enorm wachsende Bevölkerungen und Wirtschaften in Asien, die mit knapper werdenden Ressourcen zu recht kommen müssen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ökobauten sind wirtschaftlich attraktiv

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