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26.04.2008 
Gebäudereiniger

Putzfirmen erweitern ihr Angebot

von Julia Groth

Im Markt für Gebäudereinigung herrscht ein harter Wettbewerb. Immer mehr Unternehmen bieten deshalb neue Dienstleistungen wie Garten- und Landschaftspflege an. Doch die neue Angebotsvielfalt ist nicht unbedingt ein Vorteil.

KÖLN. Seit fast zwanzig Jahren gibt es im thüringischen Schmalkalden die Putzteufel GmbH. Als reines Glas- und Gebäudereinigungsunternehmen gegründet, übernehmen die Putzteufel-Mitarbeiter mittlerweile auch Hausmeisterdienste, den Winterdienst, Schädlingsbekämpfung und kümmern sich um die Pflege von Grünanlagen. Die neuen Aufgaben kamen nach und nach zum Angebot dazu. „Wir waren dazu gezwungen, Sonderleistungen anzubieten“, sagt Geschäftsführer Egon Eckardt. „Es gibt viel Konkurrenz.“ Von dieser will sich das Unternehmen mit dem umfangreichen Angebot absetzen. Die Gebäudereinigung ist zwar nach wie vor das Kerngeschäft: Reinigungsaufträge machen sechzig Prozent des Umsatzes aus. Gleich an zweiter Stelle kommt aber die Garten- und Landschaftspflege – kein klassischer Tätigkeitsbereich für Reinigungsunternehmen.

Die Putzteufel aus Thüringen sind nicht die einzigen Reinigungs-Dienstleister, die ihr Angebot in den vergangenen Jahren erweitert haben. Einer Studie des Marktforschers MSI zufolge steigt die Nachfrage an Komplett-Leistungen rund um Gebäude. Gleichzeitig drängen seit 2004 besonders viele kleine Reinigungsunternehmen auf den Markt. Denn seit diesem Jahr muss ein Gebäudereinigungsunternehmen keinen Meisterbrief mehr vorweisen. Durch den geänderten Bedarf und die größere Konkurrenz erweitern immer mehr ehemals klassische Putztruppen ihr Angebot durch Dienste im Bereich des Facility Management – allerdings nicht immer zu ihrem Nutzen.

Denn mit dem größeren Angebot geraten viele Reinigungsunternehmen gleich in die nächste Konkurrenz-Falle. Sie betreten das Revier der großen Komplett-Anbieter, die rund um ein Gebäude sämtliche Dienstleistungen übernehmen. Eine Entwicklung, die man nicht übereilt in Kauf nehmen sollte, warnt Hans-Peter Haffner, Unternehmensberater für Facility Management. Reine Putz-Leistungen würden immer noch genügend nachgefragt. „Wer unruhig wurde, wurde es zu Unrecht“, sagt Haffner. „Der Markt für Gebäudereinigung ist nach wie vor da.“

Mittlere und kleine Unternehmen, die versuchen, mit den Komplettanbietern mitzuhalten, laufen seiner Ansicht nach sehr schnell Gefahr, ihre Möglichkeiten und Kapazitäten zu überstrapazieren. Unflexibel und nur auf den Grundreinigungsbereich fixiert muss ein Reinigungsunternehmen aber trotzdem nicht sein, sagt Haffner. „Intelligenten Unternehmen versuchen immer, anders zu sein als andere, um sich auf dem Markt abzuheben.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Die Branche ist ein Haifischbecken."

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