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02.05.2008 
Familienunternehmen

Firmen suchen händeringend Nachfolger

von Erny Hildebrand

Viele Familienunternehmen in Deutschland haben große Angst davor, ihr Geschäft schließen zu müssen. Der Grund: Trotz intensiver Bemühungen finden viele Betriebe keinen geeigneten Nachfolger, wenn der Firmenchef in den Ruhestand geht. Abhilfe könnte ein im Jahr 2003 ins Leben gerufenes Pilotprojekt schaffen.

DÜSSELDORF. Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) steht Jahr für Jahr bei rund 71 000 Familienunternehmen solch ein Generationswechsel ins Haus.

Es "herrscht ein großer Bedarf an Lösungskonzepten zur Unternehmensnachfolge", konstatiert deshalb der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHT). Rund 40 000 Betriebe hätten derzeit Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Nachfolger. "Das Thema ist präsent, wird aber oft nicht ernst genommen", sagt Friedrich Kugler. Der Wirtschaftswissenschaftler von der FH Schmalkalden befragte in einem Forschungsprojekt zur Unternehmensnachfolge 2 300 Unternehmer, 95 Prozent davon leiten einen Familienbetrieb.

Die Ergebnisse: Chefs von kleineren Betrieben machen sich weniger Gedanken über die Nachfolge als die von großen Unternehmen. Drei Viertel der Firmeninhaber wollen zudem nach ihrem Ausstieg aus dem operativen Geschäft weiter beratend tätig sein. Sie scheuen sich außerdem davor, die Übergabe zeitlich genau zu festzulegen. Auf der anderen Seite kämpften potenzielle Nachfolger, die nicht aus der Familie kommen, häufig mit finanziellen Problemen. Sie kritisieren, dass Kredite für Übernahmen meist schlechtere Konditionen hätten als die für Existenzgründer. Eine Hilfe bietet die Handelskammer Heilbronn-Franken. Im Oktober 2003 startete sie ein Pilotprojekt, in dem Betriebe, in denen eine Übergabe ansteht, einen Moderator ins Boot holen können. Das Moderatorenkonzept ist ein Baustein in einem landesweiten Zwölf-Punkte-Programm zur Sicherung der Unternehmensnachfolge in Württemberg. Das Projekt hat sich unter dem Namen "Heilbronner Weg" auch bundesweit einen Namen gemacht.

Wie wichtig solche Initiativen sind, zeigt ein Blick in die Statistik: Jährlich müssen rund 6 000 Familienbetriebe dicht machen, weil sie keinen Nachfolger finden - fast 40 000 Arbeitsplätze gehen dabei verloren.

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