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15.05.2008 
Neue Intralogistik-Systeme

Kosten runter, Geschwindigkeit rauf

von Julia Groth

Wenn die gewachsene Organisationsstruktur nicht mehr ausreicht: Unternehmen müssen immer mehr Mitarbeiter und Ressourcen zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben, sonst drohen in der Folge Lieferschwierigkeiten und Umsatz-Stagnation. Mit neuen Intralogistik-Systemen kommt die Ware sogar noch schneller zum Kunden.

KÖLN. Über zu wenig Arbeit kann sich Hans-Jörg Wildhagen derzeit nicht beschweren. Der Geschäftsführer der Coglas GmbH im niedersächsischen Wunstorf profitiert vom Plan vieler Unternehmen, ihre Warenströme innerhalb des eigenen Geschäfts schneller fließen zu lassen. „Logistik wird ausgesourct und es müssen hochintegrative Geschäftsprozesse zwischen verschiedenen Supply-Chain-Teilnehmern aufgebaut werden“, erklärt Wildhagen. Um die Intralogistik eines Unternehmens effizienter zu steuern, bietet Coglas spezielle IT-Systeme an. In den vergangenen zwei bis drei Jahren konnte das Unternehmen laut eigener Aussage Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich verzeichnen. „Die Konjunktur hat angezogen, der Durchsatz an Produkten steigt, und häufig reicht dann die gewachsene Organisationsstruktur nicht mehr aus“, sagt Wildhagen über die Situation seiner Kunden.

Die müssen immer mehr Mitarbeiter und Ressourcen zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben, sonst drohen in der Folge Lieferschwierigkeiten und Umsatz-Stagnation. Coglas arbeitet deshalb unter anderem daran, Intralogistik-Software einfacher bedienbar und flexibler zu machen, damit Kunden Änderungen darin möglichst schnell verstehen und umsetzen können, ohne auf langwierige Beratung oder die Dienste von Administratoren angewiesen zu sein. „Wir tragen außerdem dem gestiegenen Informationsbedarf aller Geschäftsprozess-Teilnehmer durch entsprechende Visualisierungen, Reports und Events Rechnung“, sagt Wildhagen.

Wenn Unternehmen in ihre Intralogistik investieren, wollen sie neben der Energieffizienz meist die Kosteneffizienz erhöhen. Das verlangen steigende Kosten, verschärfter Wettbewerb und wachsende Anforderungen an Service und Qualität. Unternehmen wollen den Platz in ihren Lagerhallen besser ausnutzen, Waren schneller von einem Platz zum anderen bewegen und Personalkosten sparen. Um den steigenden Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden, arbeiten Anbieter von Intralogistik-Lösungen unter Hochdruck daran, neue, effizientere Angebote zu entwickeln.

Eines der wichtigsten Anliegen vieler Unternehmen ist, ihre Mitarbeiter so planvoll wie möglich einzusetzen und dadurch Geld zu sparen. „Der Mensch ist die teuerste Ressource“, sagt Wolfgang Albrecht, Geschäftsführer von PSI Logistics in Hamburg. Alles zu automatisieren hat sich allerdings als schlechte Idee herausgestellt. Die Automatisierungswut in den Achtziger- und Neunzigerjahren, erklärt Albrecht, habe dazu geführt, dass Abläufe zwar effizienter, aber sehr unflexibel wurden. Von der Norm abweichende Abläufe waren nur noch mit viel Aufwand zu realisieren. „Aus diesen Problemen hat man gelernt“, sagt er. Heute wollen seiner Erfahrung nach viele Unternehmer nur einfache, im Hintergrund ablaufende Intralogistik-Prozesse allein von Maschinen erledigt wissen. Die Mitarbeiter können sich so auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Genaue Mitarbeiterplanung soll darüber hinaus dafür sorgen, dass Angestellte möglichst nur dann zur Stelle sind, wenn sie auch tatsächlich benötigt werden. „Nicht benötigte Mitarbeiter verursachen Kosten“, sagt Albrecht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Selbst die neueste Technik nützt nicht immer

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