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09.08.2007 
Turbulenzen

IKB-Krise weitet sich aus

Die Turbulenzen an den Kreditmärkten bringen die kriselnde Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank weiter in Bedrängnis. Am Mittwoch stufte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote der Mittelstandsbank deutlich von "C" auf "F" und damit auf Ramschniveau herab. Zuvor hatte die Bank eine neue Finanzspritze für den ins Straucheln geratenen Fonds Rhinebridge angekündigt.

Das Gebäude der IKB in Düsseldorf. Das Krisenmanagement der Mittelstandsbank ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Foto: dpa Lupe

Das Gebäude der IKB in Düsseldorf. Das Krisenmanagement der Mittelstandsbank ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Foto: dpa

bas/ben/saf/sce BERLIN/BRÜSSEL/FRANKFURT. Die IKB hatte mitgeteilt, sie nehme den von ihr beratenen Fonds Rhinebridge in ihre eigene Bilanz auf. Dieser Fonds hat Aktiva in Höhe von rund 2,4 Mrd. Dollar. Gleichzeitig will die IKB 80 Mill. Euro in diesen Fonds einbringen, um die "Refinanzierungsfähigkeit der Zweckgesellschaft in dem momentan schwierigen Marktumfeld sicherzustellen", erklärte die Bank. Damit hat die IKB nun Finanzkreisen zufolge insgesamt forderungsbesicherte Anleihen von Rhinebridge über 258 Mill. Dollar im Portfolio. Sinken diese im Wert, müsste die IKB sie ebenso wie andere Portfoliobestände wertberichtigen.

Finanzkreise betonten, die Konsolidierung des Rhinebridge-Kreditportfolios über 2,4 Mrd. Dollar heiße nicht, dass Verluste in dieser Höhe anfallen könnten. Das Portfolio müsse aber möglicherweise wertberichtigt werden.

Die neue Finanzspritze wurde am Markt unterschiedlich aufgenommen. "Die Risiken bleiben bei der IKB unüberschaubar", urteilte etwa die LBBW in einem Kommentar. Der über Tage gebeutelte Aktienkurs der IKB hingegen stieg um zwischenzeitlich mehr als drei Prozent. Händler begründeten dies mit der Auflösung von Leerverkäufen.

Die IKB hatte am späten Dienstag zudem mitgeteilt, dass nach dem Vorstandssprecher Stefan Ortseifen auch Finanzvorstand Volker Doberanzke das Institut verlässt. Er wird kommissarisch von Dieter Glüder vertreten, den die KfW vor knapp zwei Wochen in den IKB-Vorstand entsandt hatte. Die Düsseldorfer Bank hatte sich mit Verbriefungsgeschäften verhoben und musste mit einem milliardenschweren Hilfspaket gerettet werden.

In einem Schreiben an die FDP-Bundestagsfraktion rechtfertigt die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Barbara Hendricks, diesen Rettungsplan. Die Risikoabschirmung durch die KfW und die Kreditwirtschaft sei "auch vor dem Hintergrund der Verhinderung von systemischen Verwerfungen und einem möglichen Vertrauensverlust in den Bankenmarkt in Deutschland" notwendig gewesen", heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt.

Die Bankenaufsicht BaFin untersucht die IKB-Kursentwicklung der vergangenen Tage auf mögliche rechtswidrige Insidergeschäfte. "Wir analysieren die Daten zunächst einmal routinemäßig", sagte eine Sprecherin. In den Untersuchungszeitraum fällt auch der Verkauf von 792 Aktien zum Kurs von 15,31 Euro am 2. August durch Aufsichtratsmitglied Jürgen Metzger. Diese Transaktion fand zwar statt, nachdem die Bank ihre Probleme eingeräumt hatte. Zu diesem Zeitpunkt herrschte angesichts der verwirrenden Kommunikationspolitik der Bank aber in der Öffentlichkeit noch große Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß der Probleme.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bundesbank hat nichts gemerkt.

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