In über 100 Länder liefert das Unternehmen heute seine Kran-Normteile, die Globalisierung ist längst in Remscheid angekommen. „Wir sind seit vielen Jahren im Export sehr aktiv“, sagt Heinz-Helmut Kempkes, „und der Trend schreitet immer weiter fort. Weltweit zählen wir zu den acht führenden Herstellern.“
Der wachsende Welthandel und die gute Konjunktur verschafften dem Remscheider Hersteller prall gefüllte Auftragsbücher. „Der Auftragseingang im ersten Quartal ist noch deutlich höher als das ohnehin schon exzellente Vergleichsquartal des Vorjahres“, berichtet Kempkes. „Inzwischen verlängern sich die Lieferzeiten, der Auftragsbestand ragt bis ins Folgejahr hinein.“
Kempkes kennt als Vorsitzender des Fachverbands Fördertechnik und Logistiksysteme im VDMA die Zahlen der gesamten Branche genau. Im Februar wird es ihn gefreut haben, als er auf der jährlichen Pressekonferenz verkünden konnte, dass die Krane und Hebezeuge im Jahr 2007 mit 19 Prozent Umsatzwachstums die am stärksten wachsende Produktgruppe in der Fördertechnik bildete.
Dennoch ist nicht alles Sonnenschein: Die Konkurrenz aus Fernost wächst, die Stahlpreise erschweren die Kalkulation, und in den letzten Jahren hat es einen deutlichen Konzentrationsprozess auf dem deutschen Markt gegeben. In dieser Situation setzt Kempkes ganz bewusst auf den Standort Deutschland. „So können wir uns mit Qualitätsarbeit von den Billigprodukten absetzen.“
Als Beleg für die Leistungsfähigkeit und Innovationsfreude der deutschen Hersteller präsentierte Kempkes vor drei Jahren einen Elektroseilzug mit einer Tragkraft von 192 Tonnen für ein Projekt in den Vereinigte Arabischen Emiraten – das war Weltrekord. Auch innovative Techniken wie eine automatische Geschwindigkeitskontrolle im Hubwerk sollen den technischen Vorsprung sichern.
Wenn es nach Heinz-Helmut Kempkes geht, bleibt Remscheid noch lange die Geburtsstube der Katzen. „Unsere Standortentscheidung hat sich bisher nur positiv ausgewirkt. Und uns wird es weiterhin gelingen, Marktnischen zwischen den Großkonzernen zu besetzen.“
Vita
1947 wird Heinz-Helmut Kempkes in Duisburg als Sohn des Unternehmers Helmut Kempkes geboren. 1968 beginnt er ein Maschinenbau-Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt. Auf das Studium folgt die wissenschaftliche Tätigkeit am Lehrstuhl für Fördertechnik.
1975 steigt Heinz-Helmut Kempkes in die Firma seines Vaters ein – die Helmut Kempkes GmbH in Remscheid.
1982 wird er Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens.
2003 wird Heinz-Helmut Kempkes Vorsitzender des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme im VDMA. Zudem ist er Mitglied des Hauptvorstandes des VDMA, Erster Stellvertreter des Präsidenten im Deutschen Institut für Normung DIN und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid.
