| HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 09:02 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Zudem erwarten viele Kunden eine Technik von der Stange, die sofort einsatzbereit ist. „Das kann RFID nicht bieten“, sagt Jos Fransen. „Es muss immer individuell zugeschnitten werden.“ Auch Personaleinsparungen erzielen Unternehmen nicht immer: „Kunden müssen RFID als Investition in die Verbesserung der Prozesssicherheit und -qualität sowie in die Kundenbindung sehen“, sagt Fransen. Bei Werma ging dem Einsatz von RFID die Inbetriebnahme einer vollautomatischen Montagelinie voraus. „Die Transponder sind schnell beim Lesen und Schreiben der Daten und ihre Speicherkapazität ist hoch“, sagt Jürgen Marquardt, Teamleiter Fertigungstechnik bei Werma. Das Unternehmen nutzt wiederbeschreibbare Transponder in einer Ausführung, die auch für andere Anwendungen kompatibel ist, die Marquardt in Zukunft einbinden will. Dank der Transponder weiß das Unternehmen jederzeit, welche Teile im Lager sind, welche Aufträge schon bearbeitet sind und wo sich die Produkte befinden. „Die Transponder lösen diese komplexe Aufgabenstellung schnell, einfach und manipulationssicher“, sagt Marquardt. Bei der Umstellung auf RFID ging alles glatt: „Es gab keine Kinderkrankheiten, es ist problemlos angelaufen und funktioniert stabil“, sagt der Werma-Teamleiter. Eine Zeiteinsparung bringe die Technik aber nicht: „Zeit holen wir woanders raus. Durch die Transponder sind die Waren einfach sicher und sauber gekennzeichnet, das war uns wichtig.“ Laut einer Studie des Frauenhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT) in Dortmund schöpfen deutsche Unternehmen die Möglichkeiten der RFID-Technologie in der Regel nicht aus. Deshalb äußern sie sich unzufrieden über die Funktechnologie. Viele kämpfen bei der Umsetzung mit technischen Schwierigkeiten oder haben zu hohe Erwartungen. Etwa ein Viertel der befragten Unternehmen setzte RFID um, ohne die Wirtschaftlichkeit vorher geprüft zu haben. 30 Prozent der Firmen verzichteten im Vorfeld auf Machbarkeitsstudien. Für die Zukunft empfehlen die Autoren der Studie Unternehmen, mit der automatischen Datenerfassung per Funktechnik die komplette Wertschöpfungskette abzubilden. „Genau wie bei allen anderen Investitionen in neue Technologien sollte eine fundierte Wirtschaftlichkeitsrechnung stehen, die eine ökonomische Vorteilhaftigkeit belegt“, sagt Christian Meiss. Sein Institut arbeitet zurzeit an dezentralen Konzepten für die Steuerung der Intralogistik – RFID-Funketiketten spielen dabei eine zentrale Rolle. | ||||||||||||||||||||||||
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