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27.11.2007 
Bauunternehmen

Hohe Rohstoffpreise schmälern die Gewinnmarge

von Hendrik Ankenbrand

Bei ihren Preisverhandlungen mit öffentlichen und privaten Auftraggebern verweisen Deutschlands Bauunternehmen immer öfter auf den Weltmarkt: Weil der Hunger nach Stahl, Kupfer und Erdölprodukten der Wirtschaftsboomländer China und Indien derzeit kaum zu stillen ist, schießen auch in Deutschland die Baustoff- und Baumaterialpreise in die Höhe.

KÖLN. Gigantisch soll er werden, der neue Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg-International (BBI). 30 Mill. Passagiere sollen 2030 hier starten und landen, mehr als drei Mal soviel wie auf dem chronisch überlasteten Flughafen Tegel. Gigantisch ist jedoch auch die Kostensteigerung, die derzeit Berlins Gemüter erhitzt: Die am bisherigen Vergabeverfahren beteiligten vier Bauunternehmen verlangen in ihren Angeboten allein für die neue Abfertigungshalle 400 Mill. Euro mehr als veranschlagt. Als Grund geben sie auch die dramatisch gestiegenen Rohstoffpreise für Stahl und Glas an.

„Den Anstieg bei Stahl spüren wir seit drei bis vier Jahren deutlich“, sagt Joachim Segeth, Vorsitzender der Geschäftsführung des Münsteraner Bauunternehmens Oevermann, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 250 Mill. Euro erzielte und weltweit 1100 Mitarbeiter beschäftigt. „Die hohen Rohstoffpreise schlagen voll auf die Bilanz durch“, sagt Segeth: „Zum Teil tut das richtig weh.“ Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2007 sind die Preise für Betonstahl in Stäben um knapp 15 Prozent, für das Dichtungsmaterial Bitumen, das aus Erdöl gewonnen wird, um gut sieben Prozent und die Preise für Halbzeug aus Kupfer- und Kupferlegierungen um über sechseinhalb Prozent gestiegen, hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ausgerechnet. Zudem hatten die Unternehmen den Aufschwung 2006 unterschätzt, sagt Verbandssprecher Heiko Stiepelmann – und waren nicht vorbereitet. „Dämmstoffe waren vor einem Jahr am Markt kaum vorhanden.“

In einem Wirtschaftszweig, in dem der Materialkostenanteil im Durchschnitt bei rund 30 Prozent, im Straßenbau sogar bei rund 40 Prozent liegt, drücken die hohen Preise deutlich auf die Margen. „Die Baupreissteigerungen fressen den erfreulichen Umsatzanstieg zu einem erheblichen Teil auf“, sagt Hauptverbands-Präsident Hans-Peter Keitel. Er erwartet, dass bei einem durchschnittlichen Baupreisanstieg im Jahr 2007 von drei bis vier Prozent am Ende nur ein reales Umsatzwachstum von 0,5 bis 1,5 Prozent übrig bleibt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hohe Rohstoffpreise mildern Optimismus.

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