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23.04.2008 

Polen kämpft weiter um die Spielaustragungsrechte in allen sechs Stadien. Doch hat sich die in dieser Frage entscheidungsbefugte UEFA noch immer nicht festgelegt, ob neben Warschau, Gdansk, Wroclaw und Poznan auch in den Stadien in Krakow und Chorzow EM-Spiele ausgetragen werden dürfen. Grundlage für diese Entscheidung wird ein umfangreicher Bericht über die Fortschritte beim Ausbau der erforderlichen Infrastruktur und Stadien zwischen November 2007 und Mai 2008 sein, den die UEFA im Juni vorlegen wird.

Obwohl Krakow weiterhin nur auf der Reserveliste steht, hat das dortige Wisla-Stadion im letzten UEFA-Bericht (Stand April 2008) von allen 12 Austragungsorten in Polen und der Ukraine am besten abgeschnitten. Krakow bereitet für die Großveranstaltung zwei Fußballarenen vor: neben dem Wisla-Stadion, in dem EM-Spiele ausgetragen werden sollen, auch das Cracovia-Stadion, das als Trainingsbasis dienen soll. Die Gesamtkosten für beide Arenen werden auf 450 Millionen Zl geschätzt, für das Wisla-Stadion anteilig 300 Millionen Zl. Aufträge im Rahmen des 600 Millionen Zl teuren Baus einer Schnellstraße vom Zentrum der Stadt zum Flughafen werden nach einem verkürzten Ausschreibungsverfahren gemäß des Euro-2012-Sondergesetzes vergeben.

Auf gutem Weg befinden sich laut der UEFA auch Wroclaw und Poznan. Der Neubau des Breslauer Stadions im Stadtteil Maslice für etwa 450 Millionen Zl soll noch in diesem Jahr beginnen. Da Poznan bereits über ein Stadion verfügt, das nur zu modernisieren ist, sind die Arbeiten dort schon relativ weit fortgeschritten. Fast 100 Millionen der geschätzten Gesamterneuerungskosten von 500 Millionen Zl wurden bereits investiert. Die größte Investition im Verkehrsinfrastrukturbereich wird der Bau der westlichen Umgehungsstraße für 1,2 Milliarden Zl sein. In Poznan fehlen vor allem Hotelkapazitäten höherer Kategorien - bisher gibt es dort nur ein einziges Fünf-Sterne-Objekt.

Während an den anderen Austragungsorten die Finanzierung gesichert scheint, gibt es bei der Baltic Arena in Gdansk noch offene Fragen. Ungeklärt ist zum Beispiel, wer das Stadion in Zukunft betreiben soll. Deshalb stuft die UEFA die Stadt im Norden der Republik noch als "sehr risikoreich" ein. Die Projektierung des Stadions soll im Dezember 2008 abgeschlossen, der Bau Anfang 2011 vollendet sein. Im Mai 2009 sollen die Bauarbeiten am zweiten Terminal des Danziger Flughafens beginnen, der umgerechnet 38 Millionen Euro verschlingen dürfte und nach dessen Inbetriebnahme sich die Abfertigungskapazitäten gegenüber heute verdreifachen werden. Die Modernisierung der Straße, die den Flughafen mit dem Stadtzentrum verbindet, kostet voraussichtlich rund 680 Millionen Zl.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Sorgenkinder Warschau und Kiew

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