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25.04.2008 

Das Ausfuhrgeschäft ist zudem ein wahrer „Jobmotor“. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2006 bereits 8,9 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland vom Export abhängig. Das waren fast 23 Prozent aller Erwerbstätigen. 1995 arbeiteten nur etwa 15 Prozent der Erwerbstätigen für den Export.

Der Standort Deutschland profitiert vom zunehmenden Auslandsengagement der deutschen Unternehmen. Das geht aus der Umfrage "Going International 2007" des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Wie die Erhebung zeigt, hat die Exportwirtschaft seit Juli 2006 in Deutschland zusätzlich rund 200 000 Arbeitsplätze geschaffen. Allein für den deutschen Maschinenbau meldete der VDMA für 2007 insgesamt 50 000 neue Jobs, im laufenden Jahr sollen nochmal 30 000 Arbeitsplätze hinzukommen. Der ZVEI konnte bei seinen Mitgliedsfirmen im letzten Jahr 23 000 neue Beschäftigungsverhältnisse verbuchen. Bei der starken Exportorientierung beider Verbände dürften somit viele neue Arbeitsplätze unmittelbar auf gute Auslandsgeschäfte zurückgehen.

Dabei sind es vielfach mittelständische Betriebe, die - durch Neuengagements im Ausland beflügelt - Personal im Inland einstellen und damit nachhaltig dazu beitragen, den Standort Deutschland zu stützen. Zwar finden diese Maßnahmen in den Medien viel weniger Beachtung als etwa Großinvestitionen auf der grünen Wiese, doch sind sie zusammen genommen von immenser Bedeutung für die deutsche Wirtschaft.

Dagegen ist der Titel des „Exportweltmeisters“, mit dem sich Deutschland seit inzwischen fünf Jahren schmücken darf, zu einem nicht unerheblichen Teil den statistischen Erfassungsmethoden geschuldet. Würden nämlich bei der Kür des Exportweltmeisters Waren und Dienstleistungen erfasst, ginge die „Ausfuhrkrone“ an die USA. Und würde die Rangfolge nach der Kennziffer „Größte Exportnation pro Kopf der Bevölkerung“ berechnet, hätte Singapur die Nase vorn.

Von großer Bedeutung ist ferner, dass der Exportweltmeister (der Güterausfuhr) in US-Dollar ermittelt wird. Da der Euro im Verhältnis zum US-Dollar seit seinem Tiefststand 2001 inzwischen um sage und schreibe 53 Prozent im Jahresdurchschnitt 2007 gestiegen ist und der Greenback weiterhin „schwächelt“ , wird die Kür des Exportweltmeisters immer mehr zur Rechenspielerei.

Um das Wechselkursproblem noch ein wenig zu verdeutlichen, sei darauf hingewiesen, dass die deutschen Exporte 2007 in Euro fakturiert um 8,5 Prozent auf 969 Mrd. Euro, in US-Dollar berechnet jedoch um 18,4 Prozent auf 1.329 Mrd. US-Dollar gestiegen sind. Die Währungsentwicklung trug damit wesentlich zur Verteidigung der Exportweltmeistertitels bei. Noch krasser fällt der Vergleich bei den deutschen Exporten in die USA aus. In Euro fakturiert sanken die Lieferungen über den Atlantik gegenüber dem Vorjahr nämlich um 5,9 Prozent auf 73 Mrd. Euro, was deutschen Exporteuren auch angesichts der anhaltenden Finanzkrise in den USA erhebliche Sorgen bereitet. In Dollar berechnet ergab sich zu 2006 jedoch ein um 2,7 Prozent höherer Wert von 101 Mrd. US-Dollar.


Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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