ben FRANKFURT. Am kommenden Freitag bietet die SEB einen zinslosen Kredit über 2 000 Euro an. Anlass sei das schwedische Mittsommerfest, heißt es aus dem Institut, das skandinavische Feiertage seit einiger Zeit mit großem Werbeaufwand feiert. So soll die „schwedische Identität“ herausgestellt werden. „Man muss sich emotional vom Wettbewerber abgrenzen“, so die Philosophie von SEB-Chef Peter Buschbeck.
Die Bank hofft, dass sie mit dem Angebot neue Kunden in die Filialen lockt. So überraschend die Aktion ist, die Kosten je Kunde sind überschaubar. Bei einem derzeit üblichen Zins für zwölf Monate von 4,25 Prozent entgeht der SEB vor Steuern ein Gewinn von 85 Euro. Selbst mit Verwaltungskosten dürfte der Aufwand nach Einschätzung von Bankern kaum über 100 Euro betragen.
Die SEB drohte zuletzt in der mit Millionenbudgets ausgefochtenen Werbeschlacht der Banken ins Hintertreffen zu geraten. Denn die Commerzbank übernahm Ende 2006 die SEB-Idee eines kostenlosen Girokontos, praktisch alle Großbanken zogen nach. Die Hypo-Vereinsbank vermarktet ihr kostenloses Girokonto jetzt sogar mit einer Prämie von 50 Euro beim Kaffeeröster Tchibo. Die Deutsche Bank bewirbt in ihrem TV-Werbespot „Leistung aus Leidenschaft“, der früher lediglich der Imagepflege diente, seit Beginn der Commerzbank-Offensive auch den Festgeldzins.
Experten sind skeptisch, ob sich die Bemühungen dauerhaft auszahlen. „Die Kunden werden zur Illoyalität erzogen und damit sinkt der Wert der mit hohem Aufwand aufgebauten Kundenbeziehung drastisch“, so ein Analyst.