Ganz spurlos geht die US-Hypothekenkrise doch nicht an der Bank of China (BoC) vorbei.
PEKING. Die zweitgrößte Bank der Volksrepublik hat seinen Investoren mitgeteilt, dass das Institut mit umgerechnet rund 7,2 Mrd. Euro am Markt für zweitklassige Hypothekenkredite in den USA investiert habe. Analysten zeigten sich überrascht. Die Summe lag deutlich über den Erwartungen und ist der bislang größte bekannte Anteil einer asiatischen Bank an der US-Krise.
Der Kurs der BoC-Aktie ging darauf am Freitag in Hongkong deutlich zurück. In Schanghai hielt sich der Wert dagegen. „Es ist ein bisschen mehr als wir erwartet haben“, kommentierte ein Analyst in Hongkong das US-Engagement der Bank of China. „Die Subprime-Krise wird die Bank weiter unter Druck setzen.“
Bild für Bild: Wie es zur Subprime-Krise kam
Nach dem guten Quartalsergebnis seien dies Zahlen, „die Anleger nicht hören wollen“, meinte auch Warren Blight Fox-Pitt Kelton Asia in Hongkong. Allerdings erwarten die Experten durch das US-Engagement keine finanzielle Schieflage bei Chinas Vorzeigebank. Nach dem Einstieg Chinas bei Blackstone sei klar gewesen, dass chinesische Institute auch am Subprime-Markt engagiert sind.
Die US-Hypotheken der Bank of China haben nach Angaben der Analysten durchweg ein gute Bewertung. Für eine Bank mit einem Eigenkapital von knapp 40 Mrd. Dollar dürften die Auswirkungen gering ausfallen, hieß es bei Fitch Ratings. Der Subprime-Verlust dürfte nach ersten Schätzungen bei 150 Mill. Dollar überschaubar bleiben.
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