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27.08.2007 
Landesbank Baden-Württemberg kauft sächsische Landesbank

BaFin erzwingt SachsenLB-Verkauf

In einer dramatischen Rettungsaktion hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die angeschlagene SachsenLB vor einer Schließung bewahrt.

Die Sächsische Landesbank (Sachsen LB) ist wegen der US-Hypothekenmarktkrise in Finanznot geraten. Foto: dpaLupe

Die Sächsische Landesbank (Sachsen LB) ist wegen der US-Hypothekenmarktkrise in Finanznot geraten. Foto: dpa

BERLIN. Die LBBW übernimmt das Institut zum Ende des Jahres und unterstützt es zudem mit einer Kapitalspritze in Höhe von 250 Mill. Euro. Das bestätigte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger gestern Abend. Auf einem Großteil der Risiken, die aus den von der SachsenLB geführten irischen Tochtergesellschaften herrühren, bleibt der Freistaat jedoch sitzen.

„Es musste wegen der Liquiditätsnot gehandelt werden“, sagte Oettinger. Die Rettung könnte für die LBBW teuer werden. Die Kapitalspritze eingerechnet, liegt der Kaufpreis zwischen 550 Mill. und 1,15 Mrd. Euro, wobei die LBBW die Übernahme zu zwei Dritteln mit eigenen Anteilen bezahlt. „In drei Tagen kann man nicht die ganze Bank kennen“, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf bis jetzt noch zahlreiche unbekannte Größen. LBBW-Chef Siegfried Jaschinski meinte, der Schritt biete der LBBW auch eine strategische Perspektive, etwa in Osteuropa.


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Der Hals über Kopf am Wochenende ausgehandelte Verkauf geht offenbar auf massiven Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zurück. BaFin-Chef Jochen Sanio, der sich in die Verhandlungen in Dresden eingeschaltet hatte, habe deutlich gemacht, dass jede weitere Verzögerung die Verluste der SachsenLB erhöht hätte, sagte Milbradt. Er verzichtete wegen der „besonderen Situation“ darauf, den Landtag über die Transaktion abstimmen zu lassen. Nach Kritik aus der Opposition soll sich das Parlament aber in einer Sondersitzung in dieser Woche mit dem Thema befassen.

Die Lage der SachsenLB war offenbar weitaus dramatischer als bislang angenommen. So schlummern noch beträchtliche Bewertungsrisiken in den Büchern der SachsenLB, heißt es in Bankenkreisen. Zudem drohten weitere Belastungen aus den Engagements der außerbilanziell geführten Tochterfirmen. Diese drohten die Landesbank, deren Eigenkapital Ende 2006 rund 1,5 Mrd. Euro betrug, zu überfordern.

Erst vor zehn Tagen hatten die Sparkassen die Landesbank mit einer Kreditlinie in Höhe von 17,3 Mrd. Euro unterstützt. Das Institut war wegen riskanter Geschäfte seiner irischen Töchter in erhebliche Liquiditätsnöte geraten. Die irische SachsenLB-Tochter Sachsen LB Europe betreibt drei außerbilanziell geführte Zweckgesellschaften, die im Verbriefungsgeschäft tätig sind, mit einem Gesamtvolumen von rund 26 Mrd. Euro – bei einer Bilanzsumme der SachsenLB von 68 Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ratingagentur stellte Bonitätsnote auf „Beobachtung“

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