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03.09.2007 
US-Kreditkrise

IKB plant 700 Millionen Euro Verlust ein

Die wegen der US-Immobilienkrise in Schieflage geratene Mittelstandsbank IKB rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2007/2008 mit hohen Verlusten im Konzern von 600 bis 700 Mill. Euro. Gleichzeitig teilte der Vorstand am Montag in Düsseldorf mit: Schluss mit riskanten internationalen Investments. Der Kurs der IKB-Aktie gab daraufhin nach.

Die IKB ist das erste Opfer der US-Immobilienkrise in Deutschland gewesen. Foto: dpa Lupe

Die IKB ist das erste Opfer der US-Immobilienkrise in Deutschland gewesen. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Wegen der Gefahren aus der Immobilienkrise hatte die KfW gemeinsam mit breiter Banken-Unterstützung der Düsseldorfer Bank in einer großen Hilfsaktion unter die Arme gegriffen.

„Für einen erfolgreichen Neubeginn hält der Vorstand eine einmalige umfassende Bereinigung der Bilanz für geboten“, begründete die IKB die hohen Verluste. Die Verarbeitung bestehender stiller Lasten und Restrukturierungsmaßnahmen dürften das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr „erheblich belasten“.

Für die IKB AG allein werde ein Fehlbetrag von 400 bis 450 Mill. Euro erwartet. Betroffen seien voraussichtlich auch die Genussscheine und die stillen Einlagen der IKB. Das Eigenkapital gibt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit 1,397 Mrd. Euro an. Eigenen Auskünften zufolge hat die IKB 1,3 Mrd. Euro in den Markt für zweitklassige (“subprime“) Hypothekendarlehen investiert.

Die Liquidität der Bank sei trotz der angespannten Lage an den Finanzmärkten, auch unter Berücksichtigung der Neugeschäftsaktivitäten, ohne Aufnahme neuer Kapitalmarktmittel für die nächsten sechs Monate gedeckt, hieß es in der Mitteilung der Bank.


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Die IKB werde sich künftig stärker auf die Kerngeschäftsfelder Firmenkunden Inland, Leasingfinanzierung und Private Equity (privates Beteiligungskapital) sowie strukturierte Finanzierungen und Immobilienfinanzierung konzentrieren, berichtete der Vorstand. „Internationale strukturierte Wertpapierportfolien“ würden nicht mehr zum Geschäftsmodell gehören.

Für Analysten kommen die Aussagen der IKB nicht überraschend: Die Prognose entspreche den Markterwartungen, lasse aber noch einige Fragen offen. Mit den Verlusterwartungen liegt die Bank nach Aussage von Kepler-Analyst Dirk Becker im Rahmen der Erwartungen. Seiner Einschätzung nach ist dieser Betrag bereits im Aktienkurs berücksichtigt. Becker hatte das Papier bereits nach der Gewinnwarnung auf „Reduce“ gesenkt. Das Kursziel hat er an diesem Montag von 18 auf 15 gesenkt.

Analyst Andreas Weese von der UniCredit sieht indes noch viele offene Fragen. „Vor allem ist noch gar nicht klar, wie die Risikoabsicherung der IKB durch die KfW aussehen soll“, sagt er. Seine Einstufung lautet „Hold“. Da die Kursentwicklung aktuell sehr schwer vorhersehbar sei, rät er von einem Neueinstieg ab. Am Montagvormittag verliert die IKB-Aktie 3,6 Prozent auf 13,50 Euro.
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