Die weltweite Finanzkrise stürzt die Mittelstandsbank IKB in noch massivere Probleme. Ihre Zweckgesellschaft Rhinebridge kann sich nicht mehr über kurzfristige Schuldverschreibungen (Commercial Papers) refinanzieren. Deshalb musste sie jetzt von Banken zugesicherte Liquiditätslinien ziehen. Experten erwarten inzwischen sogar ein Übergreifen der Krise auf die Wirtschaft.
FRANKFURT/BERLIN. Finanzkreise erwarten, dass Rhinebridge Ende dieser Woche damit beginnen wird, das Portfolio von insgesamt 2,3 Mrd. Euro zu verkaufen. Da derzeit für die dort enthaltenen langfristigen Papiere (Asset Backed Securities) nur sehr schwer Abnehmer zu finden sind, wäre der Notverkauf mit erheblichen Preisabschlägen verbunden.
Die Ratingagentur Fitch hat die Rhinebridge-Papiere nach Gesprächen mit dem IKB-Vorstand drastisch heruntergestuft. Die zuvor mit der besten Bonitätsnote AAA gerateten vorrangigen Langfristpapiere sind nun 14 Stufen niedriger mit der Note B bewertet. Um auslaufende kurzfristige Papiere bedienen zu können, müsse Rhinebridge weitere Bestandteile des Portfolios verkaufen oder Liquiditätslinien ziehen, prognostiziert Fitch. Am Donnerstag steht der nächste Liquiditätstest der Zweckgesellschaft an.
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Anders als das größere Portfolio der Zweckgesellschaft Rhineland Funding ist Rhinebridge nicht Bestandteil des 3,5 Mrd. Euro schweren Pakets, mit dem die IKB im August gerettet wurde. Die IKB hat zwar keine eigenen Liquiditätszusagen an Rhinebridge gegeben, besitzt aber 258 Mill. US-Dollar an nachrangigen Papieren, die ihren Wert verlieren könnten. Die Bank, die im laufenden Geschäftsjahr mit bis zu 700 Mill. Euro Verlust rechnet, teilte mit, man habe „umfassende und ausreichende Rückstellungen für Rhinebridge getätigt“.
Wie das Handelsblatt aus Bankenkreisen erfuhr, ist der Verkauf der Bundesbeteiligung in Höhe von 38 Prozent an der IKB eine Bedingung der Kreditwirtschaft dafür gewesen, sich an der milliardenschweren Rettungsaktion zu beteiligen. Aus einem Verwaltungsratspapier der KfW Bankengruppe, das dem Handelsblatt vorliegt, geht hervor, dass die an der Rettungsaktion beteiligten Banken im Fall eines Verkaufs des 38-Prozent-Anteils am Erlös beteiligt werden.
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