Die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute stecken angesichts des verschärften Wettbewerbs in einer schwierigen Ertragslage. Die Rückbesinnung der privaten Großbanken auf das Privatkundengeschäft, kostenlose Girokonten und die Direktbanken zwingen die Sparkassen zum Handeln. Regionalpräsident Peter Schneider nimmt den Kampf mit der Konkurrenz auf.
FRANKFURT. Um aus der Defensive zu kommen, fordert der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider, sich aufs Geschäft zu besinnen und den Konkurrenten Marktanteile abzujagen. In jüngster Zeit hatten vor allem politische Diskussionen – etwa über die Zukunft der Landesbanken – im Vordergrund gestanden.
Für Schneider ist beispielsweise die Cross-Selling-Quote, die den Absatz von Finanzprodukten pro Kunde misst, zwischen Sparkassen und den Verbundpartnern LBS und Sparkassenversicherung noch viel zu niedrig. „Mit den Bausparkassen schöpfen wir den Markt zwar sehr gut aus, aber bei den Versicherungen hinken wir hinterher. Gleiches gilt für die Altersvorsorge“, sagte Schneider im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schneider, der 55 Sparkassen im Südwesten mit rund 36 000 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von 161,8 Mrd. Euro repräsentiert, warnt aber zugleich davor, im Kampf um den Privatkunden das Risikomanagement zu vernachlässigen: „Im Ratenkreditgeschäft müssen wir sagen, dass wir bestimmte Geschäfte nicht machen. Hier sehen wir doch eine ähnliche Entwicklung wie bei den Subprime-Krediten in der privaten Immobilienfinanzierung. Deshalb sage ich: Auch beim Kauf von Flachbildschirmen machen wir eine ordentliche Bonitätsprüfung.“
Zuletzt hatte der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, vor Übertreibungen bei Verbraucherkrediten gewarnt. Wenn die Verbraucherinsolvenzen weiter anstiegen, würden die Risikomodelle der Banken einem „wirklichen Härtetest“ unterworfen, meinte Sanio.
Die private Konkurrenz wie etwa Fortis, Teambank, Santander und Citibank setzt den Sparkassen im Ratenkreditgeschäft seit geraumer Zeit zu. Deutschlandweit ist der Anteil der Sparkassen in den vergangenen Jahren von 34,4 auf 32,6 Prozent abgerutscht.
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