Moody’s hat zwei Zweckgesellschaften der WestLB teilweise niedriger eingestuft. Die Düsseldorfer Bank gibt sich gelassen. Doch angesichts der Finanzkrise rückt das Engagement der öffentlich-rechtlichen Landesbanken im Markt für strukturierte Finanzprodukte zunehmend in den Fokus der Ratingagenturen.
BERLIN / FRANKFURT. Moody’s hat die beiden Zweckgesellschaften Harrier Finance und Kestrel Funding der Düsseldorfer WestLB teilweise niedriger eingestuft und die Bonitätsnoten auf eine Herabstufung hin überprüft. Doch das Management versicherte am Donnerstag, dass es keinen Liquiditätsengpass gebe.
„Wir sind uns mit unseren Ratingagenturen und Investoren darüber einig, dass die WestLB über eine so breite Liquiditätsbasis verfügt, dass uns diese Situation nicht in Bedrängnis bringt. Die sogenannten Stress-Tests, die wir regelmäßig durchführen, bestätigen uns dies“, teilte Vorstandschef Alexander Stuhlmann auf Anfrage mit. Insgesamt belaufen sich die ausstehenden Wertpapiere bei Kestrel und Harrier auf 14,6 Mrd. Dollar, das gesamte Engagement in außerbilanziellen Zweckgesellschaften wird von der WestLB auf rund 25 Mrd. Euro beziffert. „Die WestLB hat für alle fünf Gesellschaften Liquiditätsunterstützung von in der Spitze bis zu 50 Prozent des ausstehenden Commercial-Paper-Volumens geleistet“, erklärte Stuhlmann.
Moody’s hatte zuvor Wertpapiere von 16 „Structured Investment Vehicles“ (SIV) im Volumen von 33 Mrd. Dollar mit einer schlechteren Bonitätsnote versehen oder auf die Beobachtungsliste gesetzt. Hauptgrund sei die Tatsache, dass sich die Liquiditätskrise noch nicht entspannt habe.
Zweckgesellschaften investieren in langlaufende forderungsbesicherte Wertpapiere wie etwa verbriefte Immobilienkredite. Zur Refinanzierung begeben sie kurzfristige Schuldtitel sowie mittelfristige Papiere und Eigenkapitaltranchen. Diese Eigenkapitaltranchen („Income Notes“) tragen die ersten Verluste bei Forderungsausfällen und wurden von Moody's nun bei drei SIVs, darunter den beiden der WestLB, heruntergestuft. Durch die Immobilienkrise in den USA können sich manche Zweckgesellschaften nicht mehr am Markt refinanzieren. Sie müssen deshalb einen Teil ihrer Anlagen verkaufen und nehmen dabei hohe Abschläge in Kauf.
Die Ratingagentur DBRS schätzte am Donnerstag das Gesamtvolumen aller ausstehenden ABS-Wertpapiere, die mit Forderungen unterlegt sind, bei den Landesbanken auf bis zu 75 Mrd. Euro zum Jahresende. Daraus sei ein Wertberichtigungsbedarf von etwa zwei Mrd. Euro zu erwarten. Allerdings orientiert sich DBRS hier an den Sparkassen, die üblicherweise weniger aktive Händler in diesem Markt sind. Besonders große Engagements sind neben der WestLB auch die BayernLB und die SachsenLB eingegangenen. Dagegen haben die Landesbank Berlin, Landesbank Hessen-Thüringen, NordLB und HSH Nordbank erklärt, die Finanzkrise werde keine großen Auswirkungen auf ihre Gewinnziele für 2007 haben.
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