Das wirkliche Ausmaß der US-Immobilienkrise kommt Stück für Stück ans Licht. Nun nimmt auch der zweitgrößte US-Finanzkonzern Bank of America Milliardenabschreibungen vor. Sollten sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern, könnten sogar noch zusätzliche Wertverluste hinzukommen.
Die Bank of America schreibt wegen der US-Hypothekenkrise im vierten Quartal 2007 drei Milliarden Dollar ab. Foto: ap
HB NEW YORK. Die Bank of America
erwartet wegen der US-Hypothekenkrise einen Verlust von drei Mrd. Dollar bei ihren Investitionen in besicherte Schuldverschreibungen (CDO). Dieses Minus werde sich in den Ergebnissen zum vierten Quartal niederschlagen und könne sich bei weiter verschlechterten Marktbedingungen vergrößern, sagte der Finanzchef der zweitgrößten US-Bank, Joe Price, am Dienstag. Die Bank lege zudem Geld zur Seite, um mögliche Verluste in anderen Bereichen auszugleichen. Die Verluste seien aber "kontrollierbar“, sagte Price weiter. Die Aktien legten um 2,4 Prozent zu auf 45,05 Dollar.
Erst am 18. Oktober dieses Jahres hatte die Bank of America
berichtet, dass sie wegen der Finanzmarktkrise einen kräftigen Gewinneinbruch von 32 Prozent hinnehmen müsse. Der Nettogewinn sank demnach auf 3,7 Mrd. Dollar (2,59 Mrd. Euro). Zudem musste das Haus seine Risikovorsorge für faule Kredite um mehr als 73 Prozent auf 2,03 Mrd. Dollar erhöhen.
Zuvor hatten bereits andere US-Großbanken von Milliarden-Abschreibungen beziehungsweise Gewinneinbrüchen berichtet. So hatte beispielsweise die Citigroup
die Anleger mit weiteren Abschreibungen in Milliardenhöhe schockiert. Citigroup-Chef
Charles Prince nahm seinen Hut. Zuvor hatte schon der umstrittene Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch,
Stan O'Neal, das Handtuch geworfen. Die Bank hatte im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise im dritten Quartal über acht Mrd. Dollar (5,6 Mrd. Euro) abschreiben müssen.
Insgesamt haben die großen US-Banken bisher wegen der Kreditkrise zusammen mehr als 45 Mrd. Dollar (31 Mrd Euro) an Wertverlusten bereinigigen müssen.

