Die Geldhäuser auf der Insel kommen nicht zur Ruhe: Die Angst vor neuen Schieflagen schürt das Misstrauen gegen die Branche. Nach der Krise um Northern Rock
ist mit dem kleineren Institut Paragon der zweite Baufinanzierer in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Die Talsohle sei noch nicht durchschritten, warnen Experten.
Eine Bankangestellte der Royal Bank of Scotland: Das Management des britischen Geldhauses schweigt bislang hartnäckig. was die Auswirkung der Finanzkrise angeht. Foto: dpa
Zusätzliche Unruhe bringt die Angst vor neuen Schieflagen in den Markt. Nach der Krise um Northern Rock
ist mit dem kleineren Institut Paragon der zweite Baufinanzierer in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Die Paragon-Aktie fiel gestern um weitere 20 Prozent. Auch Northern Rock
sackte noch einmal um 13 Prozent ab.
Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise
"Wir glauben nicht, dass die britischen Banken das Tief bereits durchschritten haben“, warnen die Analysten des Brokerhauses Collins Stewart. Die Experten von JP Morgan
fürchten, dass die Kapitalbasis einiger Institute nicht mehr allzu große Puffer für weitere Abschreibungen bietet. Zwar seien Notfall-Kapitalerhöhungen eher unwahrscheinlich, aber der Spielraum für Dividenden oder Aktienrückkäufe schrumpfe sehr schnell. Wegen der Kreditkrise mussten die Banken weltweit bereits Abschreibungen von rund 50 Mrd. Dollar ankündigen. Das größte britische Geldhaus, HSBC,
legte im dritten Quartal 1,7 Mrd. Pfund für faule Kredite zurück. Die Experten von Morgan Stanley
warnen, dass das nur die Spitze des Eisbergs sein könnte und HSBC
im kommenden Jahr bis zu 13 Mrd. Dollar abschreiben muss.
Bei Barclays
befürchteten die Anleger sogar Verluste aus der Subprime-Krise von fünf Mrd. Pfund im dritten Quartal. Um sich gegen die Gerüchte zu wehren, zog die Bank ihren Zwischenbericht vor. Mit 1,3 Mrd. Pfund fielen die Abschreibungen zwar deutlich geringer aus als von Pessimisten erwartet, den Kursrutsch der Aktie konnte das aber nicht aufhalten. Seit Ende Oktober verloren die Barclays
-Papiere
17 Prozent. Die Ratingagentur Fitch befürchtet weitere Risiken und überprüft die Bonitätsnote der Bank.
Die Offenheit von Barclays
setzt auch den Erzkonkurrenten, die Royal Bank of Scotland
(RBS),
unter Druck. Die Schotten sehen sich mit ähnlichen Befürchtungen konfrontiert wie Barclays,
schweigen aber bislang hartnäckig. In der Folge fiel der Kurs seit Ende Oktober um mehr als 20 Prozent.
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