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HANDELSBLATT, Donnerstag, 29. November 2007, 14:21 Uhr
Millionen-Verluste erwartet

DZ Bank droht Verlust bei ABS-Papieren

Der DZ Bank muss möglicherweise Millionen-Verluste aus ihrem milliardenschweren ABS-Portfolio verkraften. Bislang erwartet die Bank dauerhafte Abschreibungen in niedriger zweistelliger Millionenhöhe und marktbedingte Wertberichtigungen auf ihr ABS-Portfolio, sagte ein Sprecher. Doch noch ist unbekannt, wie hoch der Wertberichtigungsbedarf tatsächlich sein wird.


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sos FRANKFURT. Insgesamt 18 Mrd. Euro hat die genossenschaftliche Zentralbank in forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) investiert, das entspricht 15 Prozent ihres Wertpapierbestandes in Höhe von insgesamt 120 Mrd Euro. Mehr als 90 Prozent der Papiere seien von Ratingagenturen mit der Höchstnote "AAA“ eingestuft, der Rest mit "AA“, so der Sprecher.

Der Preisverfall an den Märkten hatte Banken in den vergangenen Wochen zu massiven Wertberichtigungen gezwungen, hinzu kommen dauerhafte Abschreibungen für Komplettausfälle bei den unter Druck stehenden ABS-Papieren. "Die Risikoaufschläge, die der Markt nun auch für den Kauf europäischer ABS-Papiere verlangt, haben sich inzwischen verfünffacht“, sagt Markus Ernst, Kreditanalyst bei der Unicredit. Allerdings sei die Mehrzahl der Portfolios der Banken immer noch eine "Blackbox“, deshalb sei es schwer, vom Risikoaufschlag auf die tatsächlichen Preisverfälle zu schließen.

Als Gradmesser für die derzeitigen Marktpreise von ABS-Portfolien in Europa gilt unter Experten derzeit der Index "ABS 50“, in dem die 50 liquidesten europäischen ABS-Tranchen zusammengefasst sind. Alle verfügen über die höchste Qualitätsstufe "AAA“. Dort liegen die durchschnittlichen Preisabschläge laut Berichten von Marktteilnehmern derzeit etwa bei zwei Prozent.

Für die DZ Bank hieße dies rein rechnerisch, dass ihr Wertverluste im ABS-Portfolio von bis zu 360 Mill. Euro drohen könnten. "Eine solche Zahl ist nicht zutreffend“, sagte der Sprecher der Bank, machte aber über die voraussichtliche Höhe dieser Abschreibungen keine Angabe.

Experten allerdings sind vorsichtig: "Bislang mussten die Banken nach den ersten Warnungen tendenziell noch weiter abschreiben, das hat die Erfahrung seit dem Sommer gezeigt“, sagt Guido Zimmerman, Bankenanalyst bei der LBBW. Eine Bewertung von ABS-Papieren zu Marktpreisen (mark-to-market) gilt derzeit als schwierig, weil kaum jemand die aufgrund der Kreditkrise im Kurssturz befindlichen Papiere verkaufen will. Die Ratingagentur Standard & Poor’s rechnet zwar mit Wertberichtigungen im DZ-ABS-Portfolio, dies sei aber nicht gravierend, da die Bank über genug Liquidität verfüge, um die Papiere bis zum Ende der Laufzeit zu halten und es sich um qualitativ hochwertige Assets handele, so der jüngste Bericht der Rating-Agentur.


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